Eltern der todkranken Aliana appellieren: Impfung ernst nehmen

Angesichts der grassierenden Masern-Welle in Berlin warnen die Eltern der todkranken Aliana aus Hessen davor, den Impfschutz zu vernachlässigen. Frauen sollten prüfen, ob sie ausreichend gegen Masern geimpft seien, bevor sie schwanger würden.

Darauf weist auch der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland hin. Besonders bei in den 1970er und 1980er Jahren geborenen Frauen sei zum Teil nur unzureichend geimpft worden.

Aliana aus Bad Hersfeld war als Säugling nicht ausreichend gegen Masern geschützt. Die Spätfolge: Sie leidet an der chronischen Masern-Gehirnentzündung SSPE. Die Krankheit verläuft immer tödlich.

In Berlin war kürzlich ein an Masern erkrankter Junge gestorben. «Als wir von dem Berliner Todesfall gehört haben, waren wir sehr traurig. Es ist unverständlich, warum die Leute nicht wach werden und sich nicht konsequenter impfen lassen. Jeder sollte die Möglichkeit nutzen und Vorsorge betreiben», sagte Alianas Vater Suvarez (34).

Seine Frau Mirella war durch das Raster gefallen, als in den 1970 und 1980er Jahren nur unzureichend gegen Masern geimpft wurde. Denn nur Mütter mit Antikörpern können ihren Kindern den Nestschutz mitgeben, der das Neugeborene in den ersten Monaten schützt. Geimpft werden Kinder in der Regel ab dem elften Monat. Aliana hatte offenbar unbemerkt mit drei Monaten die hochansteckenden Masern bekommen.

Aktuell geht es Aliana «nicht gut», wie ihr Vater Suvarez mit gedrückter Stimme sagt. Es sei ein ständiges Auf und Ab. «Es ist sehr schwer, sein eigenes Kind so zu sehen. Ohne unsere Hilfe kann sie gar nichts machen», erklärt er. «Leider können uns die Mediziner auch keine Hoffnung machen.»