Elvis oder Lady Gaga: Ausstellung «Generation Pop»

Seit Jahrzehnten bestimmen Sound und Rhythmus von Elvis Presley, den Beatles, den Rolling Stones, John Travolta, den Doors, Madonna, oder Lady Gaga das Lebensgefühl vieler Menschen: Der «Generation Pop».

Elvis oder Lady Gaga: Ausstellung «Generation Pop»
Oliver Dietze Elvis oder Lady Gaga: Ausstellung «Generation Pop»

Dem Kulturphänomen in all seinen Facetten widmet sich von Samstag an eine Großausstellung im Weltkulturerbe Völklinger Hütte im Saarland. «Pop ist der kulturelle Motor des 20. Jahrhunderts», erklärt Generaldirektor Meinrad Maria Grewenig. «Das was Pop ist, geht heute und geht in die Zukunft.»

Der Besucher wird durch eine lange «Ahnengalerie» mit 120 Fotos von Ikonen der vergangenen Jahrzehnte zur multimedialen Einführung geleitet. Zu den Abgelichteten zählen nicht nur die Ikonen des Pops, sondern auch Politiker und Kultfiguren. Bilder von Mahatma Gandhi, John F. Kennedy oder Barack Obama hängen neben denen von Mickey Mouse, Super Mario oder Lara Croft. Musikalisch untermalt wird das Ganze mit Songs der Stars, die aus «Soundduschen» von oben kommen.

Deutlich wird, dass schon hier nicht nur Wissen vermittelt werden soll - sondern viel Emotion. Mancher Besucher wird auf eine Zeitreise in die eigene Jugend geschickt werden. Kern der Schau sind sieben Themenräume zur Popkultur der vergangenen Dekaden. Neben den mächtigen Maschinen in der Gebläsehalle des einstigen Stahlwerks stehen Hunderte Exponate.

Signierte Gitarren etwa von Elvis Presley und den Stones, ein handgeschriebener Beatles-Text oder ein Konzertflügel von Elton John sind Highlights. Über Leinwände flimmern Bilder von Konzerten oder Politikerreden. Vom Fernsehschrank und Plattenspieler über den Walkman bis hin zum Laptop mit moderner Software, vom Kult-VW-Bus der Hippie-Generation bis zum im Beatles-Design gestylten VW-Beetle - insgesamt rund 1500 Exponate sollen das Lebensgefühl von den 1950er Jahren bis heute erlebbar machen und zeigen, wie der Pop Alltag und Politik beeinflusst hat und immer noch beeinflusst.

«Generation Pop! ... hear me, feel me, love me» ist laut Veranstalter das bedeutendste Ausstellungsprojekt zu dem Phänomen. Die Schau ist als Großprojekt angelegt. Neben wechselnden Sonderausstellungen sind etwa Lesungen, Diskussionen, Discoabende, Filmvorführungen und viele Konzerte geplant.

«Generation Pop» läuft noch bis zum Sommer kommenden Jahres. Angesichts der Randlage des Saarlands hat Weltkulturerbechef Grewenig erstmal ein nicht allzu ehrgeiziges Ziel gesetzt: Kalkuliert wurde mit nur 60 000 bis 70 000 Besuchern.