EM-Quali: Ranieri weg, Advocaat und Hiddink wackeln

Schon vor Halbzeit der EM-Qualifikation stehen mehr denn je die Trainer im Fokus. Nach dem vierten Spieltag verloren Griechenlands Fußball-Coach Claudio Ranieri und Georgiens Temur Ketsbaia ihre Jobs.

EM-Quali: Ranieri weg, Advocaat und Hiddink wackeln
Moschandreou Panagiotis EM-Quali: Ranieri weg, Advocaat und Hiddink wackeln

Dick Advocaat räsonierte nach der Niederlage seiner serbischen Fußball-Nationalmannschaft öffentlich über einen möglichen Rücktritt. Und sein Landsmann Guus Hiddink koppelte sein berufliches Schicksal an das Ergebnis der Sonntags-Partie der Niederländer gegen Lettland.

Während die dänischen Zeitungen überschwänglich den 1:0-Überraschungssieg der Färöer in Athen feierten, liegt der griechische Fußball viereinhalb Monate nach dem Einzug ins WM-Achtelfinale und zehn Jahre nach dem EM-Titel am Boden. «Die Gefühle waren groß, als die Färöer Griechenland sensationell mit 1:0 schlugen», schrieb die Zeitung «Fyens Stiftstidende». Die dänischen Blätter nannten den Sieg zudem wahlweise «historisch», «gigantisch», «schockierend» und eine «waschechte Sensation».

Ranieri hatte sich nach der peinlichen Niederlage gegen die Kicker von den Schafsinseln zunächst noch gegen seine Demission gewehrt, obwohl ihn die Verbandsführung bis spät in die Nacht bearbeitete. Am Samstag aber wurde der Druck offenbar zu groß - und eine Lösung im Streit um die Abfindungszahlung an den Italiener gefunden. Verbandspräsident Giorgos Sarris hatte zuvor bereits die «volle Verantwortung für die unglückliche Trainerauswahl» übernommen.

Zufriedenheit herrschte dagegen beim deutschen Quali-Gegner Polen. Durch das 4:0 in Georgien blieb das Team von Trainer Adam Nawalka als Erster der Gruppe D auf Kurs, sein Amtskollege Ketsbaia dagegen reichte seinen Rücktritt ein. «Wenn man nur das Resultat sieht, sieht es nach einem leichten Sieg aus, aber das war es keineswegs. Georgien hatte vor der Pause einige gute Möglichkeiten», sagte Nawalka.

Die Schotten bejubelten den ersten Heimsieg seit mehr als 53 Jahren gegen den Rivalen Irland. Die Partie im Celtic Park war zugleich das erste Pflichtspiel zwischen den beiden Teams seit 27 Jahren. Nach dem 1:0-Erfolg der Schotten liegen Irland, Deutschland und Schottland in der Gruppe D gleichauf mit sieben Punkten nach vier Partien.

Vor leeren Rängen unterlag Serbien in Belgrad Dänemark mit 1:3. Die UEFA hatte den serbischen Verband nach dem abgebrochenen Spiel gegen Albanien im Oktober zu zwei Heimspielen ohne Zuschauer verurteilt. Zweifacher Torschütze war der Wolfsburger Nicklas Bendtner (60./85.). Der frühere VfL-Abwehrspieler Simon Kjaer steuerte das 2:1 bei (62.). Serbien war durch den ehemaligen Kölner Zoran Tosic früh in Führung gegangen (4. Minute). Advocaat sprach von einem «fürchterlichen Spiel» und dass er nach der Leistung über einen Rücktritt nachdenke.

Die Dänen führen die Gruppe I vor Portugal an, das Armenien mit 1:0 besiegte. Torschütze war einmal mehr Cristiano Ronaldo (72.). Für den Weltfußballer war es das 23. Tor in einem EM-Spiel (Qualifikation und Endrunde) - damit überholte er den Dänen Jon Dahl Tomasson (22 Treffer). «Ich wusste, dass ich es früher oder später schaffen würde», sagte Ronaldo. «Natürlich bin ich jetzt glücklich, vor allem, weil ich den Rekord in Portugal vor unseren Fans aufgestellt habe.»