«Ende eines Alptraums» - Florenz feiert Gomez

Mario Gomez wollte seinen Befreiungsschlag lieber schweigend genießen. TV-Kameras und Mikrofonen ging der deutsche Fußball-Nationalstürmer aus dem Weg, nachdem seine Leidenszeit mit fast zwei Monaten ohne Tor für den AC Florenz beendet war.

«Ende eines Alptraums» - Florenz feiert Gomez
Maurizio Degl' Innocenti «Ende eines Alptraums» - Florenz feiert Gomez

«Es gefällt mir nicht, nur zu sprechen, weil ich getroffen habe», sagte der 29-Jährige in der Halbzeitpause. Am 3:1-Sieg im Pokal-Achtelfinale gegen Atalanta Bergamo war Gomez mit zwei Toren und einem herausgeholten Elfmeter maßgeblich beteiligt. Der Angreifer gab zu: «Ich freue mich über die Tore, der Applaus tut gut.»

Am 30. November hatte Gomez das letzte Mal für Florenz getroffen, im Artemio-Franchi-Stadion sogar am 16. März 2014. Zuletzt war der torlose Stürmer immer mehr in die Kritik geraten, sowohl die Medien als auch Trainer Vincenzo Montella rätselten über das Tief des Torjägers. Umso größer war nun die Erleichterung, nach seinem ersten Treffer reckte Gomez die Faust in den Himmel und stieß einen Befreiungsschrei aus. «Wie zu seinen besten Zeiten. Supermario Gomez ist zurück», kommentierte die «Gazzetta dello Sport». «Das Lächeln des deutschen Torjägers markiert das Ende eines Alptraums.»

«Einem Stürmer helfen die Tore», analysierte Trainer Montella. «Das nutzt ihm und der Mannschaft, sicherlich wird er etwas mehr Vertrauen in sich selbst haben.» Die Medien feierten Gomez für seinen zweiten Doppelpack im Viola-Trikot leidenschaftlich. «Das ist der wahre Gomez!», jubelte der «Corriere dello Sport». «Ein echter Torjäger, lebendig, aggressiv, entschieden, so wie ihn sich die ganze Stadt vor eineinhalb Jahren erhofft hatte. Mario ist wieder Mario.»

Nach der frühen Führung erzielte Gomez sogar den 5000. Treffer in der Geschichte des Clubs - das macht Florenz Hoffnung auf eine erfolgreiche Zukunft mit dem Torjäger. «Er macht alles. Zwei Tore und den Elfmeter erobert. Außerdem bewegt er sich in der Offensive mit ungewohnter Geschicklichkeit. Willkommen zurück, Supermario», lobte die «Gazzetta dello Sport». Und Teamkollege Alessandro Diamanti meinte: «Gomez ist ein Champion, er wird diesen Weg weitergehen.»

Auch für Nationalstürmer und Weltmeister Lukas Podolski läuft es bei Inter Mailand nach zwischenzeitlicher Kritik wieder besser. Mit einem Hackentrick leitete er beim 2:0 über Sampdoria Genua das Führungstor durch den zweiten Inter-Neuzugang Xherdan Shaqiri ein. «Sicherlich weit entfernt von der Bestform, aber die Vorlage mit der Hacke für Shaqiri ist ein Leckerbissen», kommentierte «Tuttosport». Auch Trainer Roberto Mancini lobte das Zusammenspiel der beiden Ex-Bayern: «Es war eine hervorragende Kombination mit Podolski.»

Der Schweizer Shaqiri, zu Beginn des Jahres vom FC Bayern in die Serie A gewechselt, überzeugte die Inter-Fans gleich bei seinem ersten Auftritt in Mailand. «Sein erstes schwarzblaues Tor lässt San Siro ausflippen», meinte die «Gazzetta dello Sport». «Inter liebt Shaqiri schon jetzt», schrieb «Tuttosport». Auch Teamkollege Juan Jesus tönte: «Mit Podolski und Shaqiri haben wir Vertrauen zurückbekommen. Den Pokal gewinnen? Das können wir schaffen.»