Energieverbrauch fällt auf niedrigsten Stand seit 1990

Der Energieverbrauch in Deutschland wird wegen des sehr milden Winters in diesem Jahr auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung fallen.

Er werde rund fünf Prozent geringer als im Jahr 2013 sein, teilte die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen am Dienstag in ihrer Herbstprognose in Berlin mit. Die Analyse beruht auf der Auswertung der ersten neun Monate des laufenden Jahres.

Anders als die milde Witterung habe die eher schwache wirtschaftliche Entwicklung bisher kaum Auswirkungen auf den Energieverbrauch.

Der Mineralölverbrauch lag - vor allem wegen eines Rückgangs beim Heizöl - bisher 3 Prozent niedriger als 2013. Der Erdgasverbrauch sank um 18 Prozent. Ein Grund waren hier auch Produktionsrückgänge in der chemischen Grundstoffindustrie, betonte die AG Energiebilanzen.

Sowohl in Steinkohle- als auch in Braunkohlekraftwerken war die Energieproduktion rückläufig. 2013 war die Stromproduktion in den deutschen Braunkohlekraftwerken noch auf den höchsten Stand seit 1990 geklettert.

Nach zwei Jahren mit steigenden Kohlendioxid-Emissionen ist für das laufende Jahr nun wieder mit einem Rückgang zu rechnen.

Die Nutzung erneuerbarer Energien verzeichnete in den ersten neun Monaten hingegen einen Zuwachs von 1,6 Prozent. Während die Wasserkraftnutzung stark zurückging, legte die Windkraft an Land und auf See um fast 16 Prozent zu, die Solarenergie um 15 Prozent.

Der Ökoenergie-Anteil am gesamten Primärenergieverbrauch (Heizen und Strom) stieg von 10,3 auf 11,2 Prozent. Am Stromverbrauch hatten die erneuerbaren Energien bereits einen Anteil von 28 Prozent.