Entschädigungsprozess nach Tod einer «Gorch Fock»-Kadettin

Sechs Jahre nach dem Tod der Kadettin Jenny Böken auf einer Ausbildungsfahrt des Segelschulschiffs «Gorch-Fock» hat die Verhandlung über eine Entschädigungsklage der Eltern begonnen.

Marlis und Uwe Böken haben Deutschland auf 40 000 Euro Entschädigung nach dem Soldatenversorgungsgesetz verklagt. Nach diesem Gesetz steht den Eltern eines Soldaten eine Entschädigung zu, wenn dieser bei der Dienstausübung unter besonderer Lebensgefahr stirbt. Es wird nicht erwartet, dass das Verwaltungsgericht Aachen noch am Mittwoch ein Urteil spricht.

Die 18-jährige Kadettin aus Geilenkirchen war nach einem Sturz von dem Segelschulschiff in der Nordsee ertrunken. Die Staatsanwaltschaft geht von einem Unfall aus. Die Eltern wollen gerichtlich klären lassen, ob ihre Tochter in der Nacht bei Lebensgefahr Dienst tat. Sie kämpfen seit Jahren um die komplette Aufklärung aller Todesumstände.

Zwei Jahre nach dem Tod von Jenny Böken war im November 2010 eine weitere Kadettin bei der Ausbildung in Brasilien aus der Takelage der «Gorch Fock» gestürzt und gestorben.