Enttäuschende Wirtschaftsdaten drücken Dax in Minus

Enttäuschende Wirtschaftsdaten aus der Eurozone und den USA haben den Anlegern am deutschen Aktienmarkt die Stimmung verdorben. Nach Gewinnen zum Handelsauftakt rutschte der Dax am Nachmittag ins Minus und fiel zeitweise unter 9500 Punkte.

Mit einem Abschlag von 1,57 Prozent bei 9509,25 Punkten beendete der Leitindex den Tag. Der MDax der mittelgroßen Werte sank um 0,52 Prozent auf 19 179,45 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax büßte 1,18 Prozent auf 1727,18 Punkte ein.

Der Blick auf die einzelnen Unternehmen zeigte eine große Bandbreite zwischen Gewinnern und Verlierern im Dax. So reagierte die Aktie des Düngerherstellers K+S mit einem Plus von 3,39 Prozent auf Berichte über weitere Übernahme-Avancen des kanadischen Konkurrenten Potash.

Die Deutsche Telekom fiel mit minus 5,23 Prozent an das Ende der Kurstabelle. Hier wurde auch auf den durchwachsenen Börsengang von Scout24 an diesem Tag verwiesen. Zwar hatte der Betreiber von Online-Marktplätzen, dessen Großaktionärin die Telekom weiterhin noch ist, 1,15 Milliarden Euro erlöst. Die zu 30 Euro ausgegebenen Aktien schlossen jedoch bei 29,10 Euro.

Erheblich schwankten wieder die VW-Papiere, bevor sie mit einem Minus von 1,28 Prozent aus dem Handel gingen. Der Abgas-Skandal wird wohl noch lange auf dem Konzern lasten. VW selbst geht von mehrmonatigen Untersuchungen aus und will die im November geplante außerordentliche Hauptversammlung daher absagen. Die Titel von Daimler und BMW gaben nach anfänglich starken Gewinnen ebenfalls nach.

Am MDax-Ende büßten die Anteilsscheine von Wincor Nixdorf 4,00 Prozent ein. Hier schwinde die vor einigen Wochen angeheizte Übernahmefantasie wieder, vermuteten Händler.

Europaweit gaben die meisten Börsen nach: Der EuroStoxx 50 büßte 1,02 Prozent auf 3069,05 Punkte ein und auch in Paris gab es Verluste. Die Erholung der Rohstoff- sowie der Öl- und Gasbranche verhalf dem britischen FTSE 100 hingegen zu einem moderaten Plus. In den USA zeigten sich die Börsen zum europäischen Handelsschluss schwach.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,45 Prozent am Vortag auf 0,44 Prozent. Der Rentenindex Rex kletterte um 0,08 Prozent auf 139,79 Punkte nach oben. Der Bund-Future stieg um 0,45 Prozent auf 156,95 Zähler. Der Kurs des Euro legte bis zum Abend wieder auf 1,1203 Euro zu. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs auf 1,1153 (Mittwoch: 1,1203) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8966 (0,8926) Euro.