Eon rutscht wieder in die roten Zahlen

Deutschlands größter Energiekonzern Eon kämpft weiter mit sinkenden Einnahmen wegen der niedrigen Stromgroßhandelspreise, Währungslasten und der schwachen Konjunktur in Südeuropa.

Im üblicherweise schwachen dritten Quartal rutschte der Konzern sogar wieder tief in die roten Zahlen, wie er in Düsseldorf mitteilte. Für das Quartal verbuchte Eon einen Konzernverlust von 774 Millionen Euro. Der hohe Verlust fraß auch die Gewinne aus dem ersten Halbjahr auf.

Für die ersten drei Quartalen zusammen fiel der Überschuss rapide von gut 2,9 Milliarden 2013 auf nur noch 255 Millionen Euro 2014. Ohne die Gewinne aus Minderheitsanteilen ohne beherrschenden Einfluss steht nach neun Monaten ein Fehlbetrag von 14 Millionen Euro in den Büchern. 2011 hatte Eon unter anderem wegen der Atomwende erstmals rote Zahlen für ein Gesamtjahr hinnehmen müssen.

Fortschritte gebe es aber beim Sparprogramm Eon 2.0, bei den alternativen Energien und beim Schuldenabbau, sagte Eon-Finanzvorstand Klaus Schäfer in einer Telefonkonferenz. Außerdem profitiere Eon von eingesparter Brennstoffsteuer für das Kernkraftwerk Grafenrheinfeld und Gewinnen bei der Öl- und Gasförderung. Für 2014 rechne der Vorstand insgesamt weiterhin mit einem operativen Ergebnis (Ebitda) zwischen 8,0 bis 8,6 Milliarden Euro. 2013 waren es noch 9,3 Milliarden Euro.

Eon leidet wie die gesamte Branche unter den Folgen der Energiewende. Hinzu kam ein deutlich geringerer Gasabsatz wegen des milden Winters. Die mit hohen Investitionen ausgebauten Geschäfte in den Schwellenländern Brasilien, Russland und der Türkei konnten dies nicht ausgleichen. Sie erwiesen sich zuletzt sogar wegen der Wirtschaftsschwäche in diesen Ländern als Belastung.

In Russland, wo Eon rund 5000 Mitarbeiter beschäftigt, ging der operative Gewinn (Ebitda) in Euro unter anderem wegen des Rubel-Verfalls um fast ein Fünftel auf 400 Millionen Euro zurück. Eon betrachte die deutliche Abschwächung des Rubels mit Sorge, sagte Schäfer. Hinzu kamen höhere Brennstoffkosten. Mitte 2015 will der Konzern in Russland ein neues 800-Megawatt-Kraftwerk ans Netz bringen. Dann soll sich der Gewinn in Russland weiter erhöhen.

Das Ziel, 1,2 Milliarden Euro in diesem Jahr einzusparen, sei bereits nach drei Quartalen geschafft, sagte Finanzchef Schäfer. Die Verschuldung liege mit 31 Milliarden Euro 1,2 Milliarden unter dem Vorjahreswert. Alternative Energien wie Windkraft und Sonnenenergie lieferten von Quartal zu Quartal mehr Gewinn und seien mit 17 Prozent Gewinnanteil bereits «eine starke Säule unseres Geschäfts».

Der Umsatz ging um neun Prozent auf 81,3 Milliarden Euro zurück. Die Deutschland-Sparte meldete ebenfalls wieder einen Gewinneinbruch. Das liegt auch am Verkauf von drei Regionalversorgern, deren Erträge dem Konzern nun verloren gehen. Den größten Rückgang wies die Energiehandelssparte aus. Dieses komplizierte Geschäft ist stark schwankungsanfällig.