Ermittler: Diack kassierte «mehr als eine Million Euro»

Der frühere Leichtathletik-Weltpräsident Lamine Diack soll in seiner Amtszeit mehr als eine Million Euro für die Vertuschung positiver Doping-Proben kassiert haben. Dies erklärte die französische Staatsanwältin Eliane Houlette der Nachrichtenagentur AP.

Ermittler: Diack kassierte «mehr als eine Million Euro»
Wu Hong Ermittler: Diack kassierte «mehr als eine Million Euro»

«Alles, was wir wissen ist, dass es mehr als eine Million Euro sind und das Geld anscheinend über den russischen Leichtathletik-Verband transferiert wurden», erklärte Houlette.

Nach bisherigen Erkenntnissen sollen von sechs Athleten, überwiegend Russen, auffällige Dopingproben vertuscht worden sein, so dass diese ihre Karrieren gegen Bezahlung fortsetzen konnten. Eine «sehr aktive Rolle» soll bei diesen kriminellen Aktivitäten der Sohn von Lamine Diack, Papa Massata, gespielt haben. «Er ist ebenfalls in dieser Affäre verwickelt», sagte Houlette. Man würde ihn festnehmen, doch er sei nicht in Frankreich.

Gegen Lamine Diack ist bereits von der französischen Justiz Anklage wegen Bestechlichkeit und Geldwäsche erhoben worden. Der 82-Jährige aus dem Senegal war am vergangenen Sonntag festgenommen, nach zwei Tagen gegen Kaution aber wieder auf freien Fuß gesetzt worden.