Ermittlungen nach Pöbeleien gegen Gauck

Nach den Pöbeleien gegen Bundespräsident Joachim Gauck am Sonntag im sächsischen Sebnitz sind gegen zwei Beteiligte Ermittlungen eingeleitet worden.

Ermittlungen nach Pöbeleien gegen Gauck
Arno Burgi Ermittlungen nach Pöbeleien gegen Gauck

Wie die Polizeidirektion Dresden am Montag mitteilte, wird gegen einen 30-Jährigen wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung, Widerstandes, Verstoßes gegen das Waffengesetz und Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ermittelt.

Laut Polizei trug der Mann ein Messer bei sich und soll versucht haben, eine Art Broschüre in Richtung Gauck zu werfen. Der Mann machte aus seiner rechtsextremen Gesinnung kein Hehl - er hatte ein Hakenkreuz auf den Rücken tätowiert. Ein zweites Verfahren wegen Widerstandes richtet sich gegen eine weitere Person, von der die Polizei in Dresden aber zunächst noch keine Personalien hatte.

Gauck war am Sonntag als Gast des Deutschen Wandertages in Sebnitz verbal attackiert worden. Die Polizei bezifferte die Gruppe der Störer am Rathaus auf 50 und auf dem Marktplatz auf etwa 180 Personen. Sie hatten verschiedene Sprechchöre skandiert, darunter «Hau ab» und «Volksverräter». In diesem Fall ermittelt die Polizei noch wegen Beleidigung.

Die Polizei hatte nach eigenen Angaben eine Gasse für Gauck gebildet, der von seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt und dem sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich (CDU) begleitet wurde. Auf einem bei Youtube verbreiteten Video ist zu sehen, wie Polizisten den Mann aus der Menge zerren. Dabei setzten Beamte auch Pfefferspray ein. Ein unbeteiliger Passant geriet in den Sprühnebel. Der Geschädigte habe sich bisher noch nicht bei der Polizei gemeldet, hieß es.

Von neun Demonstranten wurden die Personalien festgestellt. Die Polizei sprach fünf Platzverweise aus. Bereits am Sonntagmorgen hatten Beamte an verschiedenen Eisenbahnbrücken Plakate festgestellt, die sich gegen Gauck richteten. Eine rechtliche Wertung stehe noch aus, hieß es.

Bereits im März war der Bundespräsident bei einem Besuch in Bautzen beschimpft und beleidigt worden. Damals hatte er mit Bürgern über die Flüchtlingskrise diskutiert.