Erneut heftige Unwetter in vielen Teilen Deutschlands

Heftige Unwetter mit Hagel und starkem Regen haben erneut den Westen Deutschlands getroffen. Vor allem das Ruhrgebiet und das Münsterland waren betroffen - in einigen Städten fielen laut Deutschem Wetterdienst (DWD) binnen einer Stunde 100 Liter Regen pro Quadratmeter.

Erneut heftige Unwetter in vielen Teilen Deutschlands
Oliver Berg Erneut heftige Unwetter in vielen Teilen Deutschlands

In Wuppertal schossen Fontänen aus den Kanälen, zahlreiche Autos standen im kniehohen Wasser. Blitze trafen einen Baum auf einem Kindergartenspielplatz und ein Haus. Über Verletzte wurde zunächst nichts bekannt. Nahe Essen und Recklinghausen liefen Keller und Unterführungen voll.

Bis in die Nacht zum Mittwoch sei im Westen noch mit Gewittern zu rechnen, sagte eine DWD-Sprecherin. Die jüngsten Unwetter haben im Rheinland nach Schätzungen der Provinzial-Versicherung zu Schäden in mindestens zweistelliger Millionenhöhe geführt. Bereits am Vorabend waren im Rheinland Straßen und Keller überflutet worden, ebenso wie in Bremen und Nürnberg.

Auch in Teilen Baden-Württembergs schlugen die Unwetter wieder zu. Örtlich fielen innerhalb einer Stunde lau DWD mehr als 30 Liter Regen pro Quadratmeter. Besonders betroffen war demnach die Region um den Schwarzwald, vor allem der Ortenaukreis und der Kreis Calw. Auch im Rest des Landes drohten der Prognose zufolge bis in die Nacht immer wieder Gewitter. «Es ist einfach sehr viel Wasser, was da runterkommt», sagte der Experte. Auch Hagel sei möglich.

Ein schweres Unwetter verursachte in der niedersächsischen Kleinstadt Damme bei Vechta Überschwemmungen. Drei Viertel des Stadtgebietes standen am Abend unter Wasser, sagte der Einsatzleiter der Freiwilligen Feuerwehr, Sven Schröder. Das Unwetter habe gegen 17.15 Uhr begonnen. Innerhalb von 20 Minuten seien 70 Liter pro Quadratmeter gefallen. Ein Polizeisprecher in Damme sagte am Abend, der Regen habe inzwischen aufgehört. «Wir hatten hier schon mal Wasser auf den Straßen stehen, aber so etwas wie heute hatten wir noch nicht.»

In einem Ortsteil des saarländischen Eppelborn mussten mehrere Menschen aus Fahrzeugen gerettet werden. Sie seien in Dirmingen vom Wasser eingeschlossen worden, sagte ein Sprecher des Lagezentrums in Saarbrücken. Verletzt worden sei in Dirmingen sowie im gesamten Land nach derzeitigem Stand niemand. Schäden habe das Unwetter außerdem vor allem in Illingen, Wallerfangen und Sulzbach angerichtet. Mehrere Straßen seien von Wasser und Geröll überspült worden. In einigen Gemeinden sei zwischenzeitlich der Strom ausgefallen.

Die Hamburger Feuerwehr rückte nach einem schweren Unwetter zu Dutzenden Einsätzen aus. «Es gibt zahlreiche Blitzeinschläge, die Lage ist noch unübersichtlich», sagte ein Feuerwehrsprecher. Informationen zu möglichen Verletzten gab es zunächst nicht. Der Deutsche Wetterdienst gab eine Unwetterwarnung vor Gewittern, Starkregen und Hagel heraus. Berichte über einen Tornado in Wandsbek konnte ein DWD-Sprecher zunächst nicht bestätigen. «Von der Wetterlage her ist es aber möglich», sagte er.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet, dass die Gewitterserie mit Unwettern und Hagel in den nächsten Tagen zu Ende geht. Noch bis Donnerstag müsse aber mit heftigen Unwettern gerechnet werden. Das Wochenende werde dann deutlich kühler mit Regen, sagte Meteorologe Sebastian Schappert. «Nach den Modellrechnungen steht uns am Freitag endlich mal wieder ein weitgehend gewitterfreier Tag ins Haus.» Seit dem 27. Mai habe der DWD täglich Unwetterwarnungen herausgegeben.