Erneut Patent auf Schimpansen und andere Tiere erteilt

Das Europäische Patentamt (Epa) hat ein Patent auf ein menschliches Gen sowie damit gentechnisch veränderte Schimpansen und andere Tiere erteilt.

Das Patent mit der Kennzeichnung EP1364025 habe die australische Firma Bionomics bereits am 31. Juli erhalten, sagte der stellvertretende Pressesprecher des Epa, Rainer Osterwalder, und bestätigte damit Angaben von Patentkritikern.

Es gehe um eine Gensequenz, die insbesondere bei Krebs aber auch bei entzündlichen Prozessen und Immun-Krankheiten eine Rolle spiele. Bei Ratten, Mäusen, Ziegen, Meerschweinchen, Hunden, Katzen, aber auch kleinen Affen oder Schimpansen solle die Gensequenz für die pharmazeutische Forschung deaktiviert werden.

Das Patent bedeute aber keine Genehmigung für einen Tierversuch, betonte Osterwalder. «Damit ist keine Erlaubnis zur Ausführung der im Patent beschriebenen genetischen Veränderungen an den Tieren verbunden.» Tierversuche müssten die zuständigen Behörden genehmigen.

Das Epa hat bisher rund 1000 Patente auf Tiere und 2000 auf Pflanzen erteilt, meist geht es um gentechnische Veränderungen. Nach Angaben des Gentechnikkritikers Christoph Then vom Verband Testbiotech betreffen mindestens acht Patente Menschenaffen. Diese unterliefen Bemühungen für einen besseren Schutz der Affen, weil sie zusätzlich kommerzielle Anreize schafften. «Dabei wird gerade von Menschenaffen angenommen, dass sie über ein menschenähnliches Bewusstsein verfügen», sagte Then. Verschiedene Kritiker erwägen einen Einspruch gegen das Patent.

Bei dem Patent gehe es erneut um Versuchstiere, mit denen mögliche Medikamente etwa gegen Krebs getestet werden - wie bei der vor gut 20 Jahren als erstes Tier patentierten Krebsmaus. Ihr wurde ein Brustkrebs-Gen eingepflanzt, so dass sie leichter erkrankte. Trotz eines jahrezehntelangen Patentstreits brachte sie nie wirklich medizinischen Nutzen.

Patente sind laut Osterwalder wichtig, um den Fortbestand der Forschung zu fördern. «Es ist natürlich wünschenswert, dass es bei Krebs Fortschritte gibt. Aber ein Patent ist kein Garant für einen medizinischen oder wirtschaftlichen Erfolg.»

Auch bei früheren Patenten auf Menschenaffen ging es unter anderem um Krebs. Einmal wurde das Erbgut solcher Tiere so verändert, dass ihr Immunsystem dem des Menschen ähnlicher wurde. An diesen Affen sollten unter anderem Antikörper-Therapien getestet werden.