Ernst von Siemens-Musikpreis für Christoph Eschenbach

Der Dirigent Christoph Eschenbach bekommt dieses Jahr den renommierten Ernst von Siemens-Musikpreis.

Er sei eine künstlerische Ausnahmeerscheinung und ziehe nicht nur vom Dirigentenpult herab immer wieder aufs Neue Orchester, Solisten und Publikum in seinen Bann, erläuterte die Ernst von Siemens Musikstiftung. Er überzeuge dabei als Dirigent genauso wie als Pianist, heißt es.

Die Auszeichnung ist mit 250 000 Euro dotiert und wird Eschenbach am 31. Mai im Münchner Herkulessaal überreicht. Er wird bei dem Festakt die Bamberger Symphoniker dirigieren. Zur Aufführung kommt das Konzert für Orchester von Béla Bartók. Eschenbach ist dem Orchester als Gastdirigent seit vielen Jahren verbunden: Seit 1977 stand er rund 15. Mal am Pult der Bamberger Symphoniker.

Der 1940 in Breslau geborene Pianist und Dirigent stellte sein Leben ganz in den Dienst der Musik. Eschenbachs Mutter starb bei der Geburt, der Vater wenige Jahre später in einem Strafbataillon an der Kriegsfront. Nach dem Krieg erkrankte das Kind in einem Waisenhaus in Mecklenburg an Typhus.

Die Adoption durch Wallydore Eschenbach, eine Cousine der leiblichen Mutter, empfand Eschenbach als Rettung. Die Sängerin und Pianistin brachte dem verstummten Kind die Musik nahe. Diese habe seinem Leben den Sinn zurückgegeben, sagt Eschenbach. «Ich bin deshalb dankbar, ganz in ihrem Dienst zu stehen.»

Insgesamt vergibt die Stiftung drei Millionen Euro an Preis- und Fördergeldern. Jeweils 35 000 Euro gehen als Förderpreise an drei junge vielversprechende Komponisten, deren Namen Ende Februar bekanntgegeben werden sollen. Voraussichtlich werde Eschenbach auch deren Stücke dirigieren, teilte eine Sprecherin die Musikstiftung mit. Eschenbach hat sich stets besonders um die Förderung des Nachwuchses bemüht.

Weitere Fördergelder der Ernst von Siemens-Musikstiftung gehen an verschiedene Institutionen, die sich mit zeitgenössischer Musik befassen.