Erste Ebola-Impfungen in Afrika schon im Dezember möglich

Die ersten großangelegten Tests von Ebola-Impfstoffen in Westafrika können nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) möglicherweise schon im Dezember beginnen.

Das erklärte die stellvertretende WHO-Generaldirektorin Marie-Paule Kieny. Noch vor wenigen Tagen war die WHO von einem Start im Januar ausgegangen. «Das zeigt, wie derzeit mit Hochdruck gearbeitet wird», sagte sie.

Allerdings schränkte Kieny ein, dass erste kleinere klinische Tests der beiden vielversprechendsten Impfstoffe gerade erst begonnen hätten. Es sei noch immer möglich, dass sich die Stoffe nicht als effizient erwiesen. Eines der Mittel werde gerade in den USA, Großbritannien und Mali getestet, das andere in Deutschland, der Schweiz, Gabun und Kenia. Daneben gebe es noch mindestens fünf weitere Impfstoffe, die voraussichtlich Anfang 2015 in die ersten klinischen Test gehen könnten.

Falls die derzeitigen Tests positiv verlaufen, sollen laut WHO im ersten Halbjahr 2015 mehrere Hunderttausend Impfdosen zur Verfügung stehen. Bis Jahresende soll die Zahl in die Millionen gehen. Kieny verwies darauf, dass es auch dann noch immer enorme logistische Herausforderungen gebe. So müsse der Impfstoff konstant auf minus 80 Grad Celsius gekühlt werden, damit er wirksam bleibe.

Die ersten Impfungen in Westafrika sind in Liberia geplant, wie Kieny sagte. Dort gab es bislang die meisten Ebola-Erkrankungen und Todesfälle. Dann soll Sierra Leone folgen. In Guinea sei die Infrastruktur dagegen noch nicht so entwickelt, dass man die Menschen dort in größerem Umfang impfen könne.