Erster Testflug der Raumkapsel Orion

Die US-Raumfahrtbehörde Nasa schickt ihre neue Raumkapsel Orion diese Woche erstmals zu einem Testflug ins All. Die Kapsel soll in Zukunft Menschen auf den Mond und bis zum Mars transportieren - doch bis dahin dauert es noch Jahre.

Erster Testflug der Raumkapsel Orion
Kim Shiflett / Handout Erster Testflug der Raumkapsel Orion

Beim Testflug an diesem Donnerstag wird Orion - so der Plan - um 13.05 MEZ mit einer Rakete vom Typ Delta IV Heavy vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida abheben. Sie soll bei dem unbemannten Flug in etwa 5800 Kilometern Höhe zweimal die Erde umkreisen. Falls alles gut gehen sollte, wird Orion viereinhalb Stunden später knapp 1000 Kilometer südwestlich von San Diego im Pazifik landen.

Langfristig soll die Raumkapsel bis zu sechs Passagiere tiefer ins Weltall bringen als je zuvor. «Dies ist unser nächster Schritt auf dem Wege zum Mars, und es ist ein großer», sagte William Gerstenmaier, einer der Nasa-Chefs für bemannte Raumfahrt. Die Behörde will Astronauten zunächst auf einen Asteroiden landen lassen und hat Mitte der 2030er Jahre den Mars im Visier.

Nach dem Aus für die Space Shuttles 2011 hat sich die US-Raumfahrtbehörde in den vergangenen Jahren auf die Mars-Mission konzentriert. Sie hat Versorgungsflüge zur Internationalen Raumstation ISS den Russen sowie privaten Anbietern überlassen.

Doch kommerzielle Anbieter haben auch mit Problemen zu kämpfen: Ende Oktober explodierte eine Trägerrakete der Firma Orbital Sciences Sekunden nach dem Start in Virginia. Anfang November kam es bei einem Testflug des Raumflugzeugs «SpaceShipTwo» in Kalifornien zum Absturz - ein Pilot starb, der andere wurde verletzt. Die Vorfälle warfen wieder Fragen auf: Sind die Anbieter zuverlässig genug?

Nasa-Ingenieure wollen am Donnerstag nun die neue Raumkapsel, die einen Durchmesser von etwa fünf Metern hat, testen und sie dann mit Hilfe der gewonnenen Daten verbessern. Orion soll nach dem mehrstündigen Flug mit einem Tempo von fast 32 000 Stundenkilometern bei rund 2200 Grad Celsius wieder in die Atmosphäre eindringen. Auch Hitzeschutz und Fallschirme stehen dabei auf dem Prüfstand. Läuft alles glatt, wird die Kapsel ohne Blessuren in den Ozean platschen.