Erstmals CSU-Gruppe beim Christopher Street Day dabei

Bunte Kostüme, tanzende Menschen und politische Botschaften: Bei der Münchner Parade zum Christopher Street Day (CSD) haben am Samstag Zehntausende Menschen die Vielfalt des Lebens gefeiert.

Erstmals CSU-Gruppe beim Christopher Street Day dabei
Sven Hoppe Erstmals CSU-Gruppe beim Christopher Street Day dabei

Hinter der ausgelassenen Party stand die Forderung für Gleichberechtigung von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Trans-Menschen.

Erstmals war eine Gruppe der CSU bei der Parade vertreten. Das Lesbisch-Schwule Netzwerk in der Christlich-Sozialen Union zog mit einem Wagen durch die Straßen Münchens. Das Netzwerk ist in der Partei bisher nicht anerkannt. Mit der Aktion hofft Initiator Patrick Slapal, seine Parteikollegen zum Umdenken in Sachen Gleichstellung zu bringen: «Die Partei muss sich bewegen, es ist an der Zeit.» Gerade die Forderung «Ehe für alle» sei eine zutiefst konservative Haltung.

Seit 1980 zeigen auch in München Menschen beim CSD Flagge für die Gleichberechtigung. Der überschaubare Demonstrationszug der Anfangsjahre hat sich mit der Zeit zu einer Großveranstaltung entwickelt. Diesmal zogen nach Polizei-Angaben 86 Gruppen durch die Innenstadt - ein Rekord. Mehr als 100 000 Zuschauer verfolgten der Polizei zufolge bei sommerlichen Temperaturen die bunte Parade unter dem Motto «Vielfalt verdient Respekt. Grenzenlos!».

Die Veranstalter widmeten den diesjährigen Münchner CSD den Opfern des Attentats von Orlando. Bei dem Massaker in einem Homosexuellen-Club am 12. Juni starben 49 Menschen, 53 wurden verletzt.

Der Christopher Street Day erinnert an Vorfälle um den 28. Juni 1969 in New York. Nach einer Polizeirazzia in der Bar «Stonewall Inn» kam es zum Aufstand von Schwulen, Lesben und Transsexuellen mit Straßenschlachten in der Christopher Street.

In Deutschland wird jährlich an verschiedenen Terminen im Sommer mit Straßenfesten und Demonstrationen an die Ereignisse in New York erinnert. Die größten CSD-Paraden in Deutschland gibt es in Köln, wo die Teilnehmer vor einer Woche auf die Straße gegangen waren, sowie in Berlin, wo am 23. Juli demonstriert wird.