Ethikkammer setzt Anhörung fort - Platini nicht dabei

Erwartungsgemäß ohne den suspendierten UEFA-Präsidenten Michel Platini hat die rechtsprechende Ethikkammer des Fußball-Weltverbandes ihre Anhörung wegen der dubiosen Zwei-Millionen Euro-Zahlung von Blatter an den Franzosen fortgesetzt.

Platini, der glaubt, dass eine Vorverurteilung schon stattgefunden habe, ließ sich von seinem Anwalt Thibaud d'Alès vertreten. «Wir werden sehen, ob sie unsere Argumente verstanden haben», wurde d'Alès von der Sportzeitung «L'Équipe» zitiert. Er habe ein 120-seitiges Schreiben in französischer Sprache übermittelt und fordert nun Platinis Freispruch, erklärte d'Alès.

Die ermittelnde Kammer der Ethikkommission hatte lebenslange Sperren gegen Blatter und Platini gefordert. Hintergrund ist eine Zwei-Millionen-Franken-Zahlung aus dem Jahr 2011. Nach Darstellung der beiden Spitzenfunktionäre handelt es sich um eine verspätete Honorarzahlung für Dienste aus den Jahren 1998 bis 2002.

Am Donnerstag hatte Blatter vor der Ethikkommission ausgesagt und beteuert, dass die Zahlung völlig korrekt gewesen sei. «Der Platini-Vertrag ging durch die Finanzkommission, durch das Exekutivkomitee und durch die Kontrollorgane. Er passierte auch den Kongress. Alles wurde abgesegnet», sagte Blatter im Interview der Schweizer «Weltwoche». Seine Anwälte forderten einen Freispruch und die Aufhebung der Suspendierung von 90 Tagen.

Platini hofft auf Entlastung durch ein internes UEFA-Dokument vom 12. November 1998, in dem über seine Tätigkeiten bei der FIFA berichtet wird. Darin soll von einem Jahresgehalt von einer Million Schweizer Franken die Rede sein. Auch ein möglicher Posten als FIFA-Sportdirektor soll erwähnt sein.

Am 21. Dezember will der deutsche Richter Hans-Joachim Eckert das Strafmaß für Platini und Blatter verkünden.