Ethikkommission beschäftigt sich mit Platini

Einen Tag nach dem suspendierten FIFA-Präsidenten Joseph Blatter beschäftigt sich die rechtsprechende Ethikkammer des Fußball-Weltverbandes heute mit Michel Platini.

Ethikkommission beschäftigt sich mit Platini
Laurent Gillieron Ethikkommission beschäftigt sich mit Platini

Der ebenfalls für 90 Tage suspendierte UEFA-Präsident wird allerdings nicht zur Anhörung erscheinen, sondern seine Anwälte sprechen lassen. Platini glaubt, dass eine Vorverurteilung schon stattgefunden habe. Im Falle eines Negativentscheids will er vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS ziehen. Hintergrund der Anhörung ist eine dubiose Zwei-Millionen-Franken-Zahlung von Blatter an Platini im Jahr 2011. Nach Darstellung der beiden Spitzenfunktionäre handelt es sich um eine verspätete Honorarzahlung für Dienste aus den Jahren 1998 bis 2002.

Am Donnerstag hatte Blatter vor der Ethikkommission ausgesagt und beteuert, dass die Zahlung völlig korrekt gewesen sei. «Der Platini-Vertrag ging durch die Finanzkommission, durch das Exekutivkomitee und durch die Kontrollorgane. Er passierte auch den Kongress. Alles wurde abgesegnet», sagte Blatter im Interview der Schweizer «Weltwoche».

Platini hofft auf Entlastung durch ein internes UEFA-Dokument vom 12. November 1998, in dem über seine Tätigkeiten bei der FIFA berichtet wird. Darin soll von einem Jahresgehalt von einer Million Schweizer Franken die Rede sein. Auch ein möglicher Posten als FIFA-Sportdirektor soll erwähnt sein.

Am 21. Dezember will der deutsche Richter Hans-Joachim Eckert das Strafmaß für Platini und Blatter verkünden.