EU-Außenminister warnen vor Brexit-Folgen für die Union

Kurz vor dem Brexit-Referendum warnen Außenminister der Europäischen Union eindringlich vor einem Ausscheiden des Vereinigten Königreichs aus der EU.

EU-Außenminister warnen vor Brexit-Folgen für die Union
Andy Rain EU-Außenminister warnen vor Brexit-Folgen für die Union

«Wir verlieren Geschichte und Tradition Großbritanniens innerhalb der Europäischen Union, die wichtig ist und war für uns», sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) mit Blick auf einen möglichen Austritt.

Ein Brexit hätte aus Sicht seines österreichischen Amtskollegen Sebastian Kurz «massiv negative Auswirkungen». Die EU würde wirtschafts-, außen- und verteidigungspolitisch schwächer werden. Gleichzeitig wies er auf die positive Bedeutung Großbritanniens für die EU hin. «Die Briten haben in der vergangenen Zeit immer wieder den Finger auch auf die Wunde gelegt, aufgezeigt, wo es Fehlentwicklungen gibt», sagte Kurz, der sich wie seine Amtskollegen bei einem EU-Außenministertreffen in Luxemburg äußerte.

Der Luxemburger Jean Asselborn warnte die Briten. Wenn sie «Nein» sagten, werde das seiner Einschätzung nach für die Briten kein gutes Ende nehmen. Das Referendum sei kein Experiment. Frankreichs Jean-Marc Ayrault wandte sich emotional an die Wähler: «Ich appelliere an die Briten, im Moment der Wahl die historische Dimension im Hinterkopf zu behalten.»

Gelassener äußerte sich Spaniens Außenminister José Manuel García-Margallo. Ein Brexit wäre «nicht der Anfang vom Ende» für die EU, sagte er. Zwar würde es anfangs Schwankungen auf den Finanzmärkten geben. Die Märkte dürften sich kurz- bis mittelfristig aber wieder stabilisieren, prognostizierte er.

Für die kommenden Tage wünscht sich Außenminister Steinmeier noch mehr Aufwind für die Brexit-Gegner auf der Insel. «Wir hoffen sehr, dass die letzten Tage der innenpolitischen Auseinandersetzungen dazu führen, dass das Remain-Lager an Unterstützung gewinnt.»