EU-Kommissar: Flüchtlingskrise ohne Türkei nicht lösbar

Wenige Tage vor dem EU-Türkei-Gipfel hat EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos eine vollständige Umsetzung des mit der Regierung in Ankara vereinbarten Aktionsplans zur Flüchtlingskrise angemahnt.

EU-Kommissar: Flüchtlingskrise ohne Türkei nicht lösbar
Laurent Dubrule EU-Kommissar: Flüchtlingskrise ohne Türkei nicht lösbar

«In den letzten Tagen hat die Türkei Griechenland rund 300 illegale Migranten abgenommen - das ist ein sehr gutes Zeichen», sagte Avramopoulos in einem Interview der «Welt». Trotz noch unerledigter Aufgaben gebe es «einige positive Resultate». «Sicher ist: Ohne Kooperation mit der Türkei sind wir nicht in der Lage, die Situation effektiv in den Griff zu bekommen.»

Die Türkei ist das wichtigste Transitland für Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa. Das Land hat mehr als 2,5 Millionen Syrer aufgenommen. Die EU hofft, dass die Regierung in Ankara den Zug der Menschen nach Europa durch bessere Grenzkontrollen aufhält. Mit dem im November vereinbarten Aktionsplan stellte die EU Ankara dafür im Gegenzug drei Milliarden Euro und politische Zugeständnisse in Aussicht.

In der Flüchtlingskrise haben immer mehr Länder des Schengen-Raumes, in dem eigentlich Reisefreiheit gilt, wieder Grenzkontrollen eingeführt. Avramopoulos warnte mit drastischen Worten vor den Folgen, die ein Zusammenbruch des Schengen-Systems hätte. «Ein Zusammenbruch von Schengen wäre der Anfang vom Ende des europäischen Projekts.»