EU plant befristete Glyphosat-Zulassung

Der Unkrautvernichter Glyphosat wird in Europa höchstwahrscheinlich auch nach dem Stichtag Ende Juni erlaubt bleiben.

EU plant befristete Glyphosat-Zulassung
Patrick Pleul EU plant befristete Glyphosat-Zulassung

Die EU-Kommission machte heute deutlich, dass sie notfalls die Entscheidung über eine Verlängerung der geltenden Zulassung treffen werde. Es geht um 12 bis 18 Monate, wie der EU-Kommissar für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Vytenis Andriukaitis, sagte.

Zuvor will die Brüsseler Behörde aber versuchen, im Kreis der EU-Staaten die nötige Mehrheit für die Verlängerung zu erreichen. Die aktuelle Zulassung läuft Ende Juni aus.

Die Bundesregierung ringt weiter um eine gemeinsame Position zur weiteren Zulassung des Unkrautvernichters. Die Willensbildung sei noch nicht abgeschlossen, sagte Innenminister Thomas de Maizière (CDU) bei der Regierungsbefragung im Bundestag.

Die Verlängerung der EU-Zulassung ist in der großen Koalition umstritten: Während Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Agrarminister Christian Schmidt (CSU) die Nutzung des umstrittenen Herbizids weiterhin erlauben wollen, warnt die SPD vor möglichen Gesundheitsrisiken. Glyphosat steht im Verdacht, krebserregend zu sein.

Schon am kommenden Montag wollen die EU-Staaten erneut darüber beraten. Wegen des Streits innerhalb der Bundesregierung müsste sich Deutschland nach jetzigem Stand bei einer Abstimmung enthalten. De Maizière sagte jedoch, es sei nicht ungewöhnlich, dass eine gemeinsame Position erst in letzter Minute gefunden werde. «Heute ist Mittwoch, und bis Montag ist noch viel Zeit.»

Die EU-Kommission wollte eigentlich eine Neuzulassung erreichen, ist damit bisher aber gescheitert, weil die nötige Mehrheit unter den EU-Staaten nicht zustande kam. Andriukaitis erinnerte daran, dass es nationalen Regierungen frei stehe, Produkte, die den Wirkstoff Glyphosat enthalten, selbst zu verbieten. Glyphosat steht im Verdacht, Krebs zu erregen.