EU-Staaten einig über Fischquoten für 2014

Umweltschützer loben die Einigung der EU-Fischereiminister zu Fangquoten für das Jahr 2014: Die EU-Staaten schonten die Fischbestände stärker als in der Vergangenheit, kommentierte der WWF am Mittwoch.

EU-Staaten einig über Fischquoten für 2014
Ingo Wagner EU-Staaten einig über Fischquoten für 2014

«Viele Nordsee-Bestände haben die rabenschwarzen Jahre hinter sich und sind mittlerweile auf sichere Größe angewachsen», erklärte Stella Nemecky von der Organisation. «Ein Erfolg des Umdenkens in der Fischereipolitik, für das wir jahrelang gekämpft haben», sagte sie mit Verweis auf die höhere Schollenquote.

Die EU-Staaten hatten sich am Vorabend in Brüssel auf Fischfangmengen für das kommende Jahr für die Nordsee, den Nordostatlantik und das Schwarze Meer geeinigt. Insbesondere für die Nordseefischer bleiben aber noch Unsicherheiten: Hier setzt die EU nur vorläufige Quoten fest. Denn diese Bestände bewirtschaftet sie gemeinsam mit Norwegen, Island und den Färöer Inseln. Die Verhandlungen mit diesen Partner laufen derzeit aber noch, insbesondere zwischen der EU und Norwegen hakt es.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium wagte sich nach der Einigung an eine Prognose: Bei Makrele und Scholle dürften die deutschen Fischer deutlich höhere Quoten als im laufenden Jahr erhalten. Beim Hering sei eine «geringfügige Kürzung auf hohem Niveau» zu erwarten. Bei Seelachs und Kabeljau geht das Ministerium von einer deutlichen Kürzung aus. «Die vorläufigen Quoten entsprechen in der Regel 70 Prozent der von der Wissenschaft empfohlenen Gesamtfangmenge.»

Die Minister einigten sich ungewöhnlich rasch nach zwei Verhandlungstagen schon am Dienstagabend. In den vergangenen Jahren hatten die EU-Staaten in der Regel noch bis in die Morgenstunden um die Fangmengen gerungen. EU-Fischereikommissarin Maria Damanaki sieht die unerwartete Einigkeit als Beleg für einen Schwenk in der europäischen Fischereipolitik: «Sie [die Minister] haben in der Tat verstanden, dass Nachhaltigkeit gute Ergebnisse liefern und sich lohnen kann.»

Die EU will ihre teils strapazierten Fischbestände in Zukunft schonender bewirtschaften. Den Rahmen dafür schafft die im Frühjahr beschlossene Fischereireform.

Der Staatssekretär im Bundeslandwirtschaftsministerium, Robert Kloos, erklärte: «Über 60 Prozent der Bestände in Nordsee und Nordostatlantik werden inzwischen nachhaltig bewirtschaftet. Bis 2015 wird dieser Prozentsatz weiter deutlich steigen und bis spätestens 2020 wollen wir das Nachhaltigkeitsziel für alle Bestände erreichen.»

Umweltschützer verweisen dagegen auf etwa 40 Prozent der Bestände, die weiterhin überfischt seien. «Der überfischte Heringsbestand im Kattegat und Skagerrak darf rund dreimal mehr befischt werden als Wissenschaftler empfohlen hatten. Die aktiven Fischereien auf Kabeljau und Seezunge in der Irischen See wurden entgegen wissenschaftlichem Rat nicht geschlossen», monierte der WWF. Die Umweltorganisation Oceana appellierte: «Die [EU-]Mitgliedsstaaten müssen stärkeren Einsatz zeigen als die lauwarme Haltung, die wir heute gesehen haben.»