Eurokritische AfD: «Würden Merkel nicht zur Kanzlerin wählen»

Die Alternative für Deutschland (AfD) geht auf Distanz zur Union. Sollten die Euro-Rebellen am 22. September in den Bundestag einziehen, wollen sie Angela Merkel (CDU) bei der Kanzlerwahl nicht unterstützen.

Eurokritische AfD: «Würden Merkel nicht zur Kanzlerin wählen»
Sebastian Kahnert Eurokritische AfD: «Würden Merkel nicht zur Kanzlerin wählen»

«Wir wählen keine Kanzlerin, zu der wir kein Vertrauen haben. Das haben wir zu Frau Merkel derzeit ganz eindeutig nicht», sagte der Parteivorsitzende Bernd Lucke der «Welt» (Online). Gleichzeitig widersprach er Einschätzungen, er plane eine Zusammenarbeit mit der Union: «Ich habe der CDU nie ein Koalitionsangebot gemacht. Wir können uns aber mit jeder Partei eine Zusammenarbeit vorstellen, wenn diese sich grundlegend von der derzeitigen Euro-Rettungspolitik abwendet.»

Vor einer Woche hatte Lucke im Falle eines Wahlerfolgs Koalitionsgespräche mit der Union nicht ausgeschlossen. Die bisherige Euro-Politik der Regierungspartei müsse nicht zwangsläufig Bestand haben, eine überraschende Kehrtwende sei denkbar, hatte er dem «Focus» gesagt.

Unterdessen schloss Bundeskanzlerin Angela Merkel eine Koalition mit der eurokritischen AfD erneut aus. «Diese Frage stellt sich wirklich nicht», sagte die CDU-Chefin der «Hannoverschen Allgemeinen Zeitung» (Samstag). Die Wähler könnten sich definitiv darauf verlassen, dass mit der AfD nicht paktiert werde. Ähnlich äußerte sich CDU-Vize Ursula von der Leyen in der «Welt am Sonntag».

SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann findet das «wenig glaubwürdig». «Wenn es dem Machterhalt dient, wird Angela Merkel nach der Wahl natürlich auch die Zusammenarbeit mit der AfD suchen.» Die erst vor wenigen Monaten gegründete AfD lag in Umfragen zuletzt zwischen 2,5 und 4 Prozent, was nicht für den Einzug in den Bundestag reichen würde.