Europameister Heß: Nur dreimal Fliegen ist schöner

Max Heß hat als zweiter deutscher Dreispringer die Goldmedaille bei der EM erkämpft. Vier Tage vor seinem 20. Geburtstag überraschte der Chemnitzer in Amsterdam mit der Siegesweite von 17,20 Metern die gesamte Konkurrenz.

Europameister Heß: Nur dreimal Fliegen ist schöner
Michael Kappeler Europameister Heß: Nur dreimal Fliegen ist schöner

Mit seinem einzigen gültigen Versuch hatte der Jüngste im deutschen Männerteam am Ende vier Zentimeter Vorsprung auf den Polen Karol Hoffmann. Bronze holte sich der Brite Julian Reid mit 16,76 Metern. Bis dato einziger deutscher Dreisprung-Europameister war der DDR-Athlet Jörg Drehmel, der 1971 in Helsinki den Titel gewann.

Mit der persönlichen Bestleistung düpierte der Youngster die gesamte Konkurrenz. Dabei war die Karriere des Schülers gar nicht so geradlinig wie sein Anlauf bei Wettkämpfen. Als er mit 16 zu seinem Chemnitzer Heimtrainer Harry Marusch kam, schüttelte der Coach nur den Kopf. Denn als Weitspringer hätte Heß, so sah es aus, nur bei den Frauen gewinnen können.

Der folgende Wechsel zum technisch anspruchsvollen Hopp, Step und Jump zahlte sich aus. «Der Junge hat ein Riesentalent, der kann 17,50 Meter weit springen», sagte sein Coach. Da fehlen jetzt auch nur noch 30 Zentimeter. Im Vorjahr stellte Heß zudem vom Einarm- zum Doppelarm-Schwung um - denn das machen alle Top-Springer so.

Schon in der diesjährigen Hallensaison ließ Heß aufhorchen. Bei der WM in Portland/Oregon holte sich der freche Debütant mit 17,14 Metern die Silbermedaille. Nur Gold glänzt schöner.