Euroschwäche und Griechenland-Debatte beunruhigt Anleger nur kurz

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben am Montag Sorgen wegen des schwachen Euro und der Debatte um ein Ausscheiden Griechenlands aus der Euro-Zone weitgehend abgeschüttelt.

Mit der Aussicht auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) drehten die Indizes rasch ins Plus. Im frühen Handel hatte der Rutsch des Euro auf den tiefsten Stand seit fast neun Jahren die Anleger zunächst beunruhigt und auf die Aktienkurse gedrückt.

Der Dax legte bei immer noch dünnen Umsätzen um 0,10 Prozent auf 9774,98 Punkte zu. Der MDax als Index der mittelgroßen Konzerne stieg am Montag um 0,54 Prozent auf 17 044,07 Punkte. Für den Technologiewerte-Index TecDax ging es um 0,80 Prozent auf 1393,08 Punkte nach oben. Auch europaweit überwogen wieder die Pluszeichen: Der Leitindex der Eurozone, der EuroStoxx 50, stieg um 0,19 Prozent.

Als Belastung hinzugekommen war am Morgen zunächst die Unsicherheit um die Zukunft Griechenlands, nachdem am Wochenende die Debatte über ein Ausscheiden Athens aus der Eurozone wieder aufgeflammt war. Der griechische Aktienmarkt allerdings startete nur mit leichten Verlusten in die neue Woche.

Händler begründeten die erneuten Kursverluste des Euro mit der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank sowie der Lage in Griechenland. In drei Wochen stehen dort Neuwahlen an.

In den Umfragen führt die Linkspartei Syriza von Aleksis Tsipras, die Griechenlands Sparpolitik beenden und einen Schuldenerlass verlangen will. Dies käme einer Aufkündigung der Vereinbarungen mit den Geberländern gleich. Allerdings sehen die EU-Verträge Regelungen für ein Ausscheiden aus dem gemeinsamen Währungsraum nicht vor.

Zweifelsohne gebe es viel Unsicherheit am Markt, sagte Händler Markus Huber vom Broker Pregrine & Black. Allerdings steuere die Europäische Zentralbank immer stärker darauf zu, weitere außerordentliche Maßnahmen zur Stützung der Wirtschaft zu ergreifen. Beobachter rechnen damit, dass die Notenbank im Kampf gegen die zu niedrige Inflation und die Wirtschaftsschwäche schon bald mit dem umstrittenen Kauf von Staatsanleihen beginnen wird.

Der Kursrutsch des Euro habe auch sein Gutes, da sich dadurch Exporte verbilligten, sagte Huber. Zu den Profiteuren dieser Entwicklung zählten die Aktien des Flugzeugbauers Airbus, die sich an der Spitze des MDax um rund 3 Prozent verteuerten.

Die konjunktursensiblen Autowerte zählten indes europaweit zu den Verlierern. Am Dax-Ende büßten die Titel von BMW 1,97 Prozent auf 86,28 Euro ein. Die Münchener hatten eine Eskalation des Streits mit ihren Händlern in China mit einem Geldversprechen abgewendet. An der Dax-Spitze zogen die Titel der Deutschen Börse um knapp 2 Prozent an. Hintergrund war der rege Aktienhandel zum Jahresende.