Ex-Freund Sollecito will im Prozess gegen Amanda Knox aussagen

Der neue Prozess um den Mord an der britischen Studentin Meredith Kercher findet bislang ohne die beiden Angeklagten statt. Während Amanda Knox dem Gerichtssaal weiter fern bleiben will, kündigt ihr Ex-Freund Raffaele Sollecito eine Aussage an.

«Raffaele wird vor Gericht erscheinen, er will eine freiwillige Erklärung abgeben», sagte seine Verteidigerin Julia Bongiorno am zweiten Prozesstag vor dem Berufungsgericht in Florenz. Sollecito (29) und die US-Amerikanerin Amanda Knox (26) müssen sich seit Montag wegen des Mordes an Kercher vor fast sechs Jahren verantworten. Beide nahmen auch am Freitag nicht am Prozess teil.

Es ist das vierte Mal, dass sich ein Gericht in Italien mit dem Fall beschäftigt. Knox und der Italiener Sollecito waren 2009 zunächst zu langen Haftstrafen verurteilt und später freigesprochen worden, bevor das höchste italienische Gericht das Urteil kippte. Kercher war im November 2007 halbnackt, von Messerstichen übersät und mit durchschnittener Kehle in ihrem Bett gefunden worden.

Das Gericht in Florenz beauftragte am Freitag Experten damit, DNA-Spuren auf der mutmaßlichen Mordwaffe zu untersuchen - einem Messer, das in Sollecitos Wohnung gefunden worden war. Ergebnisse des Gutachtens werden noch im Oktober erwartet. Der nächste Prozesstermin in Florenz ist für den 6. November angesetzt, ein Urteil könnte noch in diesem Jahr fallen.

Die US-Amerikanerin Knox lebt mittlerweile wieder in ihrer Heimat und hatte es bislang kategorisch ausgeschlossen, für den Prozess nach Italien zurückzukehren. Sollecito hingegen hatte sein Kommen bereits angekündigt. Bislang ist für den Mord an Kercher nur ein Bekannter von Knox und Sollecito wegen Beihilfe verurteilt worden.