Ex-UN-Botschafter: Kerrys Giftgas-Beweise erinnern an Fall Irak

Der ehemalige deutsche UN-Botschafter Gunther Pleuger findet die Darlegungen der USA zum Giftgaseinsatz in Syrien nicht überzeugend. «Es sind ja keine Beweise vorgelegt worden.

Es ist nur gesagt worden, dass es überzeugende Beweise gibt. (...) Aber welche, das wissen wir nicht», sagte Pleuger am Samstag im Deutschlandfunk.

«Man wird natürlich schon an Irak erinnert, wo solche (...) angeblichen Beweise vorgelegt wurden, und alle nicht stimmten.» Die USA sollten abwarten, ob die UN-Inspekteure Beweise für einen Giftgaseinsatz durch die Regierungsseite von Präsident Baschar al-Assad gefunden haben und welche. Pleuger hatte Deutschland von 2002 bis 2006 bei den Vereinten Nationen vertreten.

US-Außenminister John Kerry hatte zuvor von klaren und schlüssigen Beweisen gegen das Regime in Damaskus gesprochen. Bei der Attacke am 21. August seien mindestens 1429 Menschen getötet worden. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) sagte dazu der «Welt am Sonntag», Kerrys Argumente wögen schwer. «Sie weisen klar in Richtung des Assad-Regimes. Sie sind plausibel. Jeder sollte sie ernst nehmen.»