Experte: Keine höhere Terrorgefahr durch "Tornados" in Syrien

Das Risiko eines Terroranschlags in Deutschland wird nach Expertenmeinung durch den geplanten Bundeswehreinsatz gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nicht signifikant zunehmen.

Durch den militärischen Einsatz der Bundeswehr in Syrien, bestehe keine erhöhte Terrorgefahr.
Carsten Rehder Durch den militärischen Einsatz der Bundeswehr in Syrien, bestehe keine erhöhte Terrorgefahr.

Deutschland will sich unter anderem mit Aufklärungsjets und einem Kriegsschiff am internationalen Militäreinsatz gegen den IS in Syrien und im Irak beteiligen. Das hatten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die zuständigen Minister am Donnerstag in Berlin beschlossen. Die Linke warnte daraufhin vor einem Anstieg der Terrorgefahr in Deutschland. Der Soziologe und Terrorismusforscher Andreas Armborst sagte hingegen: "Ich glaube, das ändert insgesamt nicht allzu viel an der Gefährdungslage in Deutschland." Es habe bereits vorher Drohbotschaften und konkrete Aufrufe gegeben.

Armborst vertrat die Ansicht, Vergeltungsschläge von Terroristen seien nicht ausgeschlossen. Die Bundesregierung habe jedoch schon vor der Entscheidung die Kurden im Kampf gegen den IS unterstützt. "In den Drohbotschaften, die es bereits gibt, wird genau darauf Bezug genommen." Vergeltung für die Unterstützung hätte es demnach auch schon vorher geben können. Dennoch: "Es gibt eine Gefahr."

"Wir stehen bereits im Fadenkreuz"

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter rechnet im Fall eines Bundeswehreinsatzes gegen den IS mit einem verstärkten Risiko. "Wenn Deutschland und die Bundeswehr in Syrien aktiv tätig werden, rückt Deutschland noch eher in den Fokus für Anschläge", sagte der Vorsitzende André Schulz der "Berliner Zeitung" (Samstagsausgabe). Auch Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte sich am Donnerstag geäußert: "Wir sollten uns keiner Illusion hingeben, wir stehen bereits im Fadenkreuz." Deshalb sei es richtig, den IS an der Wurzel zu bekämpfen.

Dem CDU-Verteidigungsexperten Henning Otte zufolge werde die Terrorgefahr durch den Bundeswehr-Einsatz nicht steigen. "Ganz im Gegenteil, es geht darum, die Strukturen anzugehen, von wo aus der Einsatz für solche Terrorangriffe kommt", sagte Otte im rbb-Inforadio. Vielmehr führe Passivität zu einem höheren Risiko. Gefahren für die eingesetzten Bundeswehr-Soldaten seien bedacht. "Es gelten Vorsichtsmaßnahmen, es ist ein feinabgestimmter Einsatz, alle Vorkehrungen sind getroffen", sagte Otte.