Experte: Sonne hat Kometen Ison vermutlich zerlegt

Ein Kometenexperte der Europäischen Weltraumorganisation Esa hält es für wahrscheinlich, dass der Schweifstern Ison während der Annäherung an die Sonne zerstört wurde. «In der Nähe der Sonne hat man nichts gesehen.

Wenn er überlebt hätte, hätte man ihn eigentlich sehen müssen», sagte Gerhard Schwehm am Freitag unter Berufung auf Aufnahmen der Beobachtungssatelliten Proba-2 und SDO. «Ison ist wahrscheinlich durch die Sonne zerlegt worden.» Was auf den jüngsten Bildern der Raumsonde Soho noch zu sehen sei, könnte vor allem Staub sein.

Endgültige Gewissheit über das Schicksal von Ison erwartet Schwehm Anfang Dezember. «Wenn wir in zehn Tagen noch etwas beobachten können, hat er doch überlebt», erklärte der Esa-Wissenschaftler. Auf der Nordhalbkugel müsste der Schweifstern dann sogar mit bloßem Auge oder Feldstecher zu beobachten sein.

Seit seiner Entdeckung vor gut einem Jahr haben Astronomen den rund 4,6 Milliarden Jahre alten Kometen Ison nicht mehr aus dem Blick gelassen. Mitte November hat er bereits Stücke seines Kerns verloren. Danach leuchtete er deutlich heller als zuvor.