Experte vor Bundesgerichtshof: Designerdrogen wie Russisch Roulette

Mit Hilfe von Sachverständigen berät der Bundesgerichtshof über Rauschmittel, die als «Legal Highs» vermarktet werden.

Experte vor Bundesgerichtshof: Designerdrogen wie Russisch Roulette
Fredrik von Erichsen Experte vor Bundesgerichtshof: Designerdrogen wie Russisch Roulette

Der 1. BGH-Strafsenat hat zwei Sachverständige geladen, um herauszufinden, ab wann der Besitz oder Verkauf mancher Mischungen bestraft werden sollte. Ein schwieriges Unterfangen, wie sich bei der mündlichen Verhandlung herausstellte. Ein Urteil ist noch nicht absehbar, es sollte nicht mehr am Mittwoch gesprochen werden.

Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) werden Legal Highs meist als Räuchermischungen, Badesalze oder Reiniger verkauft, um den Zweck der Produkte - den Konsum - zu verschleiern.

Sie sind aber teils hoch gefährlich, wie der Freiburger Toxikologe Volker Auwärter vor dem BGH betonte. Ein Problem der häufig in China oder Indien hergestellten synthetischen Drogen sei, dass es bei den Substanzen von Päckchen zu Päckchen starke Schwankungen geben könne und die Mittel somit immer anders wirkten. «Es ist Russisch Roulette auf Kosten der Verbraucher», sagte der Experte.

Die BGH-Richter überprüfen ein Urteil des Landgerichts Landshut. Es hatte einem Angeklagten angelastet, drogenhaltige Kräutermischungen über das Internet verkauft zu haben und ihn zu zwei Jahren Bewährungsstrafe verurteilt.