Experten untersuchen Risse an gesperrter Schiersteiner Brücke

Zug, Fähre oder weiträumiges Umfahren: Autofahrer müssen sich wieder auf massive Verkehrsbehinderungen westlichen Rhein-Main-Gebiet einstellen. Denn noch tagelang ist dort eine der Hauptverkehrsadern unpassierbar.

Experten untersuchen Risse an gesperrter Schiersteiner Brücke
Boris Roessler Experten untersuchen Risse an gesperrter Schiersteiner Brücke

Die gesperrte Schiersteiner Brücke zwischen Mainz und Wiesbaden stellt die Autofahrer westlichen Rhein-Main-Gebiet weiter auf eine Geduldsprobe. Noch bis nächste Woche wird die wichtige Verbindung zwischen den beiden Landeshauptstädten unpassierbar sein. Grund sind unter anderem Risse im Beton, die am Dienstagabend entdeckt worden waren. Experten untersuchen nun die Standfestigkeit des Bauwerks, doch ihre Ergebnisse werden erst kommende Woche erwartet, wie der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Roger Lewentz (SPD) sagte.

Täglich nutzen bis zu 90 000 Fahrzeuge die Brücke, die vor mehr als 50 Jahren gebaut wurde und vielen Pendlern von Staumeldungen im Radio bekannt ist. Neben der vierspurigen Strecke entsteht derzeit ein sechsspuriger Neubau, der Ende 2019 fertig sein soll.

Die Polizei empfiehlt Pendlern, den Bereich rund um die Brücke weiträumig zu umfahren. Möglich ist auch, auf Rhein-Fähren auszuweichen - allerdings staute es sich hier bereits am Mittwoch. Um sich auf den erwarteten Ansturm auf die öffentlichen Verkehrsmittel vorzubereiten, sollte versucht werden, mehr Züge auf die Schienen zu kriegen.

Am Mittwoch standen bereits Zehntausende Autofahrer auf beiden Seiten des Rheins im Stau. In Wiesbaden und Mainz ging stellenweise nichts mehr. Das Fahrverbot gilt auch für Fußgänger und Radfahrer. Lewentz sagte, er rechne mit Beeinträchtigungen über einen längeren Zeitraum. Über Fastnacht müsse die Brücke auf jeden Fall gesperrt bleiben.

Am Dienstagabend hatte sich nach Angaben der Experten an der Verlängerung der Brücke auf Mainzer Seite ein Pfeiler um etwa 20 Zentimeter geneigt. Das Lager zwischen der Stütze und dem Überbau sei dabei heruntergefallen, und die Fahrbahn habe sich um etwa 30 Zentimeter gesenkt.