Experten wenden sich gegen Routerzwang beim Internet-Zugang

Internet-Provider sollten nach Ansicht von Experten ihren Kunden nicht vorschreiben dürfen, mit welchem Gerät sie sich ins Netz einwählen. Bei einer schriftlichen Anhörung der Bundesnetzagentur, die am Mittwoch endet, zeichnete sich eine klare Mehrheit der Experten-Stimmen gegen den sogenannten Routerzwang ab.

Dabei wandten sich nicht nur 19 Hersteller von Netzwerk-Endgeräten in einer gemeinsamen Erklärung gegen ein vom Provider zwangsweise bereitgestelltes Gerät, sondern auch Organisationen wie der Chaos Computer Club, die Free Software Foundation Europe sowie der Bundesverband Initiative gegen digitale Spaltung.

Die Bundesnetzagentur hatte im Januar 2013 den Stein selbst ins Rollen gebracht. Nach einer längeren internen Prüfung kam die Behörde zu dem Schluss, dass sie keine rechtliche Handhabe gegen die Koppelung eines Internet-Vertrags mit einem bestimmten Router habe.

Die Netzbetreiber seien nicht verpflichtet, ihren Kunden die Zugangskennungen und Passwörter zu nennen, damit sie Router ihrer Wahl anschließen können. Diese Bewertung ist allerdings umstritten.

Unter den Providern in Deutschland geben bislang die Deutsche Telekom und 1&1 die Einwahldaten ohne Nachfrage heraus. Bei Anbietern wie Vodafone und Telefónica ist die Herausgabe auf bestimmte Profi-Tarife beschränkt oder muss von den Kunden verlangt werden.