Explosionen und Schüsse: Burundis Hauptstadt lahmgelegt

Mehrere Explosionen und übernacht andauerndes Gewehrfeuer haben das Leben im Zentrum von Burundis Hauptstadt Bujumbura praktisch zum Stillstand gebracht. Viele Menschen wagen sich nicht zur Arbeit und bleiben in ihren Häusern, viele Schulen blieben geschlossen.

Explosionen und Schüsse: Burundis Hauptstadt lahmgelegt
Will Swanson Explosionen und Schüsse: Burundis Hauptstadt lahmgelegt

Eine Reporterin der Deutschen Presse-Agentur hörte in Bujumbura ab 04:00 Uhr morgens (03:00 Uhr MEZ) anhaltendes Feuer automatischerr Waffen. Mehrere Straßen wurden von Soldaten blockiert. 

Polizeiangaben zufolge handelte es sich um einen Angriff von Rebellen auf Militäreinrichtungen in mehreren Stadtteilen. «Wir haben die Menschen aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben», sagte Polizeisprecher Pierre Nkurikiye. Berichte über Opfer konnten zunächst nicht bestätigt werden.

Das ostafrikanische Land wurde im Frühjahr durch das Bestreben von Präsident Pierre Nkurunziza, sich trotz einer gesetzlichen Begrenzung auf zwei Amtszeiten ein weiteres Mandat zu sichern, in eine tiefe Krise gestürzt. Seit seiner Wiederwahl, die von der Opposition boykottiert wurde, kommt es immer wieder zu Zusammenstößen. Mehr als 220 000 Menschen sind aus Angst vor einer Eskalation der Gewalt in Nachbarländer geflohen. Erst vor einem Jahrzehnt war in Burundi ein Bürgerkrieg mit etwa 300 000 Toten zu Ende gegangen.