EZB-Geldsegen lässt Dax hochschnellen

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat am Donnerstag für ein Kursfeuerwerk am deutschen Aktienmarkt gesorgt.

EZB-Geldsegen lässt Dax hochschnellen
Fredrik Von Erichsen EZB-Geldsegen lässt Dax hochschnellen

Dank der überraschend stark gelockerten Geldpolitik von Europas Währungshütern sprang der Dax am Nachmittag um 1,73 Prozent auf 9891,33 Punkte hoch. Damit nahm der Leitindex wieder die viel beachtete 10 000-Punkte-Marake ins Visier. Zwischenzeitlich fehlten nur noch gut 4 Punkte.

Der MDax der mittelgroßen Werte stieg um 1,51 Prozent auf 19 769,85 Punkte, und der Technologiewerte-Index TecDax gewann 1,02 Prozent auf 1615,19 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 zog um 2,36 Prozent an.

Die EZB hat überraschend ihren Leitzins gesenkt und weitet das Anleihenkaufprogramm ab April auf monatlich 80 Milliarden Euro aus. Diesmal habe Draghi die hohen Erwartungen mehr als erfüllt, sagte ein Händler. Zuvor habe an der Börse noch Angst vor einer neuen Enttäuschung geherrscht, nachdem der EZB-Präsident den hohen Markterwartungen im Dezember nicht gerecht geworden war.

Für merkliche Bewegungen bei den Einzelwerten sorgten am Donnerstag Geschäftsbilanzen. Auffällig viele Unternehmen erfreuten ihre Aktionäre mit höheren Ausschüttungen. Das reichte angesichts teils schwacher Geschäftszahlen und mäßiger Zukunftsaussichten aber nicht immer für steigende Kurse.

Besonders deutlich zeigte sich das beim Düngemittel- und Salzproduzenten K+S, dessen Aktien als abgeschlagenes Dax-Schlusslicht knapp 7 Prozent einbüßten. Dagegen erfreute der Industriegase-Spezialist Linde die Anleger mit einem Kursplus von fast 2 Prozent. Der Konzern kündigte trotz schwacher Geschäftszahlen und verhaltener Geschäftsaussichten ebenfalls eine deutlich höhere Dividende an.

Beim MDax-Spitzenreiter Hannover Rück freuten sich die Anleger über eine weitere Sonderausschüttung - die vierte und höchste in der Unternehmensgeschichte. Die Aktien stiegen um annähernd 6 Prozent. Auch der Immobilienkonzern LEG Immobilien überzeugte mit seinen Jahreszahlen und einer kräftigen Dividendenanhebung. Die Aktien gewannen mehr als 6 Prozent.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,09 Prozent am Vortag auf 0,10 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,12 Prozent auf 141,92 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,65 Prozent auf 163,16 Punkte. Der Euro fiel deutlich: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0857 (Mittwoch: 1,0973) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9211 (0,9113) Euro.