EZB lässt den Dax kalt

Der Dax hat sich nach seinem jüngsten Sprung über 10 000 Punkte am Donnerstag kaum bewegt. Auch geldpolitische Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi gaben dem Aktienindex kaum Impulse. Tagesthema war der Kursrutsch bei der Lufthansa nach einer Gewinnwarnung.

EZB lässt den Dax kalt
Fredrik Von Erichsen EZB lässt den Dax kalt

Der Dax pendelte um seinen Schlusskurs vom Vortag und notierte zum Handelsende 0,14 Prozent im Plus bei 10 156,21 Punkten. Tags zuvor hatte das Börsenbarometer dank starker Kursgewinne bei den Berichtsunternehmen Volkswagen (VW) und SAP deutlich zugelegt.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen verabschiedete sich am Donnerstag 0,43 Prozent schwächer bei 20 783,90 Punkten, wogegen der Technologiewerte-Index TecDax 0,17 Prozent auf 1667,57 Punkte gewann. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 trat mit einem Plus von 0,05 Prozent bei 2968,49 Punkten auf der Stelle. Die nationalen Indizes in Paris und London gaben leicht nach. An der Wall Street stand der Dow Jones Industrial zum europäischen Börsenschluss knapp im Minus.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hielt trotz wachsender Konjunktursorgen nach dem Brexit-Votum ihr Pulver vorerst trocken und den Leitzins im Euroraum auf rekordniedrigen null Prozent. Nach Ansicht von Draghi ist das britische Ausstiegsvotum zwar ein Risiko für die Europäische Union. Allerdings hätten die Märkte den Brexit-Schock bislang gut verkraftet.

Die ohnehin angeschlagenen Lufthansa-Titel büßten nach einer Gewinnwarnung 5,95 Prozent ein und rutschten ans Dax-Ende. Die Terroranschläge in Europa durchkreuzen die Gewinnpläne der Fluggesellschaft.

Im MDax setzte sich Leoni mit plus 3,41 Prozent an die Spitze. Der Autozulieferer hat nach eigenen Angaben mit seinem Ergebnis vor Zinsen und Steuern im ersten Halbjahr die Markterwartung übertroffen. Die in den letzten Jahren sehr gut gelaufenen Anteilsscheine von Krones verloren als Schlusslicht 8,07 Prozent. Der Getränkeabfüllanlagen-Hersteller kämpft mit einem immer stärkeren Preisdruck.

An der TecDax-Spitze zogen die Papiere von Drillisch um 7,47 Prozent an. Der Mobilfunkanbieter hält nach einem erfolgreichen zweiten Quartal an seinen Jahresprognosen fest.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,18 Prozent am Vortag auf minus 0,15 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,13 Prozent auf 143,81 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,04 Prozent auf 166,35 Punkte. Der Eurokurs zeigte sich bei 1,1015 US-Dollar kaum bewegt. Zuvor hatte die EZB den Referenzkurs auf 1,1015 (Mittwoch: 1,1013) Dollar festgesetzt; der Dollar kostete damit 0,9078 (0,9080) Euro.