EZB-Rat Nowotny warnt: Sparer nicht verunsichern

Der österreichische Notenbankchef und EZB-Rat Ewald Nowotny hat vor einer neuen Debatte über eine Zwangsabgabe für Sparer zum Abbau von Staatsschulden gewarnt.

EZB-Rat Nowotny warnt: Sparer nicht verunsichern
Julian Stratenschulte EZB-Rat Nowotny warnt: Sparer nicht verunsichern

In einer Mitteilung der österreichischen Notenbank reagierte er am Dienstag auf Gedankenspiele des Internationalen Währungsfonds (IWF). Dieser hatte in einem Finanzbericht vom Oktober die Idee einer Abgabe auf Finanzvermögen zum Abbau von Schulden aufgegriffen. «Ich warne eindringlich davor, die Sparer zu verunsichern», erklärte Nowotny.

In ihrer IWF-Publikation «Taxing Times» verwiesen die Autoren auf die extrem gestiegene Verschuldung der Staaten. Durch eine Vermögensabgabe von etwa 10 Prozent könnten die Schuldenstände von Euro-Ländern auf den Stand vor der Finanzkrise 2007 gedrückt werden.

Nowotny, der dem Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) angehört, erklärte: «Es handelt sich dabei um wirtschaftspolitische Verfahren, die in Kriegs- oder Nachkriegszeiten von Bedeutung waren. Für die derzeitige Lage in den entwickelten Industriestaaten ist eine solche Perspektive aber überhaupt nicht relevant und ist entschieden abzulehnen.»