Facebook eifert Twitter nach: Hashtags zur Themensuche

Facebook will es seinen Nutzern einfacher machen, Beiträge auf dem Sozialen Netzwerk zu finden und Diskussionen zu verfolgen - und so auch für Werbekunden attraktiver werden.

Facebook eifert Twitter nach: Hashtags zur Themensuche
Julian Stratenschulte

Nach dem Vorbild des Internetdienstes Twitter können Nutzer ab sofort ihre Texte oder Bilder mit einem sogenannten Hashtag versehen. Dabei wird einem Begriff ein Doppelkreuz # vorangestellt, er wird so zum Schlagwort. Klicken Nutzer darauf oder suchen nach dem Hashtag, werden weitere Nachrichten zum gleichen Thema angezeigt.

Damit schließt Facebook eine Lücke im Angebot. Das Netzwerk hat zwar mehr als eine Milliarde Mitglieder weltweit, bei aktuellen Ereignissen aber haben deutlich kleinere Dienste wie Twitter die Nase vorn. Das hat auch damit zu tun, dass bei Twitter Beiträge zu einem Thema dank der Stichwörter mit dem Raute-Zeichen viel leichter gefunden werden können.

Twitter-Hashtags wurden bei den Aufständen im Arabischen Frühling und bei großen öffentlichen Debatten über die Sozialen Netzwerke hinaus bekannt. In Deutschland entzündete sich am Hashtag #Aufschrei eine öffentliche Diskussion über Sexismus im Alltag. Auf Twitter und anderen Sozialen Netzwerken etabliert, verbreiteten sich Hashtags in andere Internetdienste - nun zieht Facebook nach.

«Bis heute gab es keinen einfachen Weg, sich ein breites Bild davon zu machen, was gerade passiert oder worüber Leute reden», begründete der zuständige Facebook-Manager Greg Lindley am Mittwoch den Schritt seines Unternehmens. Nutzer bestimmen dabei jedoch weiterhin, wer die eigenen Veröffentlichungen sehen darf: nur der Freundeskreis oder die Allgemeinheit. Beim übernommenen Bilderdienst Instagram gab es die Verschlagwortung mit Hashtags bereits.

Lindley kündigte an, in den kommenden Wochen und Monaten weitere Funktionen einzuführen, um die Suche nach Themen zu vereinfachen.

Damit versucht sich das Soziale Netzwerk attraktiver zu machen für den Austausch über aktuelle Geschehnisse. Facebook schielt aber auch auf Werbekunden.

Viele der Inhalte, die täglich auf dem Netzwerk geteilt werden, drehten sich um «Marken, Produkte, öffentliche Personen oder lokale Geschäfte», heißt es auf dem Marketingblog von Facebook. Manager Lindley erwähnte zusätzlich Fernsehserien und Sportereignisse - Gelegenheiten, die auch für Werbekunden interessant sein dürften.

So nutzten Dutzende Unternehmen beim Superbowl, dem Finale der US-Football-Liga mit einem Millionenpublikum, Hashtags in ihren Werbespots. Von diesem Werbekuchen will Facebook etwas abbekommen: Hashtags, die Werbekunden auf anderen Netzwerken verwenden, funktionieren jetzt auch auf Facebook, schreibt das Netzwerk stolz.

Zeitgleich bekamen weitere Nutzer Zugang zu einer ausgebauten Suchfunktion, die Facebook bereits im Januar vorgestellt hatte. Eine Facebook-Sprecherin erklärte, die «Graph Search» genannte Suche werde nach und nach freigeschaltet.

Entscheidend sei, ob Nutzer amerikanisches Englisch als Sprache eingestellt und sich auf die Warteliste für die Funktion gesetzt hätten. Mit der neuen Suche können sie herausfinden, welche ihrer Freunde Pizza mögen oder einmal in Paris waren - sofern die das auf Facebook angegeben haben.