Facebook öffnet Messenger für Chats mit Unternehmen

Facebook gibt Unternehmen die Möglichkeit, mit ihren Kunden über den Kurzmitteilungsdienst Messenger zu chatten. Facebook-Chef Mark Zuckerberg demonstrierte in San Francisco, wie man in einem Dialog Blumen bestellen oder Nachrichten von CNN abrufen kann.

Facebook öffnet Messenger für Chats mit Unternehmen
Jens Büttner Facebook öffnet Messenger für Chats mit Unternehmen

Wie erwartet startet das Online-Netzwerk dafür eine Plattform, über die Unternehmen sogenannte Chatbots für den Messenger aufsetzen können. So wird Software genannt, die sich mit Menschen unterhalten kann.

Messenger-Chef David Marcus spielte danach im Detail durch, wie man im Messenger zum Beispiel Schuhe kaufen kann. Der Chatbot eines Online-Händlers fragte zunächst nach der Art des Schuhs, dann nach der Preisspanne und danach wurde eine Galerie von Modellen zur Auswahl angezeigt. Auch bezahlt wird, ohne den Messenger zu verlassen. «Sie werden mehr Geld ausgeben als Ihnen lieb ist», scherzte Marcus.

Der Messenger überschritt jüngst die Marke von 900 Millionen Nutzern. Zu Facebook gehört auch der Kurzmitteilungsdienst WhatsApp, der über eine Milliarde Nutzer hat. Über beide zusammen würden pro Tag mehr als 60 Milliarden Nachrichten umgeschlagen, bei der SMS seien es in der Spitze insgesamt nur 20 Milliarden täglich gewesen. Facebook hatte bereits angekündigt, dass die Kurzmitteilungsdienste mit Dienstleistungen für Unternehmen Geld verdienen sollen.

Eine weitere Ankündigung zum Auftakt von Facebooks Entwicklerkonferenz F8 war das Konzept einer 360-Grad-Kamera, die zwei Stunden Video in hoher Qualität aufzeichnen kann. Facebook wolle nicht selbst Kamerahersteller werden, sondern werde die Hardware-Pläne und die nötige Software kostenlos veröffentlichen, sagte Produktchef Chris Cox. Außerdem wird eine Schnittstelle geöffnet, über die auch Geräte wie Drohnen oder Webcams Live-Video auf die Facebook-Plattform übertragen können.

Zuckerberg begann seinen Auftritt mit politischen Botschaften. Er kritisierte Versuche, sich mit Mauern und Zäunen abzugrenzen, die er in verschiedenen Regionen der Welt gesehen habe. «Es erfordert Mut, Hoffnung statt Angst zu wählen», sagte Zuckerberg. «Anstelle Mauern zu bauen, können wir Menschen helfen, Brücken zu errichten.» In den USA interpretierten viele die Äußerungen auch als eine Breitseite gegen den umstrittenen Präsidentschafts-Anwärter Donald Trump.