Fahnenflüchtiger Bundeswehr-Soldat soll in Ukraine kämpfen

Ein fahnenflüchtiger Fallschirmjäger der Bundeswehr hat sich möglicherweise den prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine angeschlossen.

Das Verteidigungsministerium bestätigte einen entsprechenden Bericht der «Süddeutschen Zeitung». Inzwischen ermittelt auch die zuständige Staatsanwaltschaft. Der Zeitsoldat soll 1991 in der ehemaligen Sowjetunion geboren sein.

Nach Informationen der «Süddeutschen Zeitung» gibt es Hinweise, dass er in der Ostukraine bereits an Gefechten teilgenommen hat. Demnach war der Hauptgefreite, der zu den Fallschirmjägern im niedersächsischen Seedorf gehört, kürzlich zunächst für zwei Wochen krankgeschrieben worden. Danach sei er nicht mehr zum Dienst erschienen, heißt es nach «SZ»-Informationen in einer vertraulichen Meldung. Es fehle auch seine Gefechtsausrüstung mit Helm und Schutzweste, nicht aber sein Sturmgewehr und seine Dienstpistole.

Die Ermittlungen hätten ergeben, dass sich der Mann wahrscheinlich in die Ukraine abgesetzt habe. Nach Aussage eines Zeugen, der mit ihm über Kurznachrichten Verbindung gehabt habe, habe er bereits gekämpft. Auf Fahnenflucht stehen bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe.

Derzeit laufen Prüfungen, ob auch die Bundeswehr im Osten der Ukraine eingesetzt wird. Zusammen mit Frankreich hat Deutschland der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) ein Angebot unterbreitet, die geplante Mission zur Kontrolle der ukrainisch-russischen Grenze zu unterstützen. Dazu will Deutschland auch zwei Drohnen bereitstellen. Die Antwort der OSZE steht noch aus.