Fall Wehen - Gladbach II: Sportradar bemängelt Rechtslage

Angesichts des Manipulationsverdachts beim Testspiel SV Wehen Wiesbaden - Borussia Mönchengladbach II bedauert die Sportradar AG die geringen juristischen Möglichkeiten in Deutschland.

Fall Wehen - Gladbach II: Sportradar bemängelt Rechtslage
Martin Gerten Fall Wehen - Gladbach II: Sportradar bemängelt Rechtslage

«Sportmanipulation ist in Deutschland immer noch kein sauberer Strafrechtsbestand», sagte Andreas Kranich, Mitglied der Geschäftsführung von Sportradar. Das Schweizer Unternehmen überwacht im Auftrag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) und der Deutschen Fußball Liga (DFL) auch Spiele mit deutschen Vereinen.

Zum konkreten Fall beim Testspiel in Side/Türkei wollte sich Kranich nicht äußern. Dies sei grundsätzlich mit den beiden Fußball-Dachverbänden so vereinbart. Sowohl der Drittligist als auch der Regionalligist haben bestätigt, dass sie von der Sportradar AG darauf aufmerksam gemacht worden sind, dass in Asien hohe Geldbeträge auf eine bestimmte Anzahl von Toren in dieser Partie gewettet wurden. Die Begegnung ging auch deshalb mit 3:1 für Wehen Wiesbaden aus, weil beide Teams je einen völlig unberechtigten Strafstoß erhielten.

Es sei zwar «Spekulation», so Kranich, dass Testspiele besonders gefährdet seien für Manipulationsversuche. Dafür spreche aber, dass sie weniger in der öffentlichen Wahrnehmung stehen. Grundsätzlich gelte, dass solche Fälle zugenommen hätten: «Es kommt öfter zu Spielmanipulationen, die Probleme sind nicht weniger geworden.»