Fallende Ölpreise schicken den Dax ins Minus

Enttäuschte Hoffnungen auf ein sinkendes Überangebot an Rohöl haben den Dax wieder ins Minus gedrückt. Der deutsche Leitindex verlor 0,78 Prozent auf 9135,11 Punkte.

Seit Freitag hatte das Börsenbarometer eine starke Gegenreaktion auf den verpatzten Jahresauftakt gezeigt und sich in der Spitze um 6,55 Prozent erholt. Nun gerieten die zuletzt deutlich stabilisierten Ölpreise wieder stark ins Trudeln und belasteten damit wie bereits in den ersten Wochen des Jahres auch den Aktienmarkt.

Der MDax der mittelgroßen Werte gab um 0,47 Prozent auf 18 431,07 Punkte nach. Der TecDax der Technologiewerte-Index rutschte um 1,11 Prozent auf 1544,72 Punkte ab.

Die Anleger hatten darauf gesetzt, dass sich die Ölförderländer mit einer Kürzung der Förderung gegen das bestehende Überangebot stemmen. Stattdessen verständigten sich Saudi-Arabien und Russland nur darauf, ihre Ölproduktion auf dem hohen Januar-Niveau einzufrieren. Die Ölpreise gaben daraufhin deutlich nach.

Die Reaktion am Aktienmarkt sei keine große Überraschung, sagte der Experte Jens Klatt vom Analysedienst DailyFX. Vielen Rohstoff-Unternehmen stehe das Wasser bis zum Hals - und gerade in dieser Branche hätten sich Banken in den vergangenen Jahren verstärkt beteiligt. Zudem gilt der Ölpreis als Konjunkturindikator.

Kein Wunder also, dass sich die vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung ermittelten Konjunkturerwartungen von Finanzexperten im Februar merklich eingetrübt hatten. Auch die Bewertung der aktuellen Lage verschlechterte sich.

Die nach aktuellen Geschäftszahlen stark gestartete Aktien von HeidelbergCement verloren zu Handelsschluss 3,37 Prozent auf 64,03 Euro. Analysten hatten sich unzufrieden mit der Geschäftsentwicklung in den Schwellenländern geäußert. Die Erwartungen am Markt waren hoch gewesen, wie ein Kurssprung vom Vortag zeigte.

Ansonsten spielte die Musik eher in der zweiten Börsenreihe: So waren Osram-Aktien im Zuge der Hauptversammlung bei dem Lichtkonzern zunächst um rund 8 Prozent nach oben geschnellt, einige Stunden später aber rasch ins Minus gedreht. Am Ende stand ein Abschlag von 0,18 Prozent.

Auf der Aktionärsversammlung hatte Großaktionär Siemens Vorstandschef Olaf Berlien das Vertrauen entzogen, was bei Anlegern kurz die Hoffnung auf eine Änderung des von diesem angestoßenen, teuren Strategiewechsels geweckt hatte. Allerdings entlasteten die Aktionäre den Vorstandschef, so dass sich die Gewinne bei den Osram-Papieren in Luft auflösten. Berlien hatte im November überraschend angekündigt, in Malaysia für eine Milliarde Euro eine LED-Fabrik zu bauen, die Leuchtdioden für den Massenmarkt herstellt.

Die Aktien von MTU fielen um mehr als 6 Prozent an das MDax-Ende. Der Triebwerkshersteller hatte die Markterwartungen mit seinem Ausblick enttäuscht.

Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone gab um 0,44 Prozent auf 2821,26 Punkte nach. An der Börse in Paris ging es nur leicht nach unten, während der FTSE 100 in London etwas zulegte. An der Wall Street stand der US-Leitindex Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss rund ein dreiviertel Prozent höher.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,13 Prozent am Montag auf 0,12 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,08 Prozent auf 142,11 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,23 Prozent auf 164,35 Punkte. Der Kurs des Euro gab nach. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1166 (Montag: 1,1180) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8956 (0,8945) Euro.