Fallende Spritpreise halten Euro-Inflation auf Mini-Niveau

Die Teuerung im Euroraum bleibt wegen gesunkener Energiepreise auf sehr niedrigem Niveau. Die jährliche Inflationsrate betrug im August 0,2 Prozent, teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat am Montag in Luxemburg in einer ersten Schätzung mit. Damit war der Wert genauso hoch wie im Juli.

Im Vergleich zum August des vergangenen Jahres gaben die Energiepreise um 7,1 Prozent nach. Dagegen versetzten die Preise für Dienstleistungen sowie für Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak (jeweils plus 1,2 Prozent) der Gesamtinflation einen Schub.

Die Teuerungsrate im gemeinsamen Währungsgebiet mit 19 Ländern liegt weit unter die Zielmarke der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Notenbank strebt eine Inflationsrate von knapp zwei Prozent an, da sie auf diesem Niveau von stabilen Preisen ausgeht.

Zur Bekämpfung der ungewöhnlich niedrigen Zuwächse, die langfristig Sorgen vor einem sinkenden Preisniveau mit Risiken für die Gesamtwirtschaft nähren können, lockerte die EZB ihre Geldpolitik bereits stark.

Volkswirte hätten mehrheitlich einen Rückgang der Teuerungsrate auf 0,1 Prozent erwartet, schrieb die Commerzbank in einer Analyse. Die Verteuerung von Nahrungsmitteln dürfte vor allem auf die schlechtere Ernte zurückzuführen sein. Viele Agrarbetriebe litten im Sommer unter Trockenheit und Hitze.