Fan-Experte: Vorfälle in Köln haben nicht überrascht

Der Leiter der Koordinationsstelle Fanprojekte, Michael Gabriel, ist von den jüngsten Hooligan-Krawallen nicht überrascht. «Für Insider war es recht offensichtlich», sagte Gabriel.

Fan-Experte: Vorfälle in Köln haben nicht überrascht
Caroline Seidel Fan-Experte: Vorfälle in Köln haben nicht überrascht

So habe es zuvor Vernetzungstreffen unter dem Begriff «Hooligans gegen Salafisten» gegeben. Der Slogan sei ein Versuch, Brücken in die Debatten der bürgerlichen Gesellschaft zu schlagen, sagte Gabriel. Solche Strategie würden Rechtsextreme auch woanders anwenden. «Was in Köln passiert ist, war eine rechte politische Veranstaltung und hat mit Fußball wenig zu tun.»

Rund 4800 gewaltbereite Fans und Rechtsextremisten hatten sich am Sonntag in Köln zu einer Demonstration gegen Salafisten versammelt und sich Straßenschlachten mit der Polizei geliefert. Dabei wurden 49 Beamte verletzt. «Es ist eine ganz große gesellschaftliche Herausforderung, was da passiert ist: nämlich, dass Hooligans, für die Gewalt nicht fremd ist, offen eine rechte politische Agenda verfolgen», sagte Gabriel. «Vorfälle wie in Köln sind in erster Linie Probleme der Gesellschaft, nicht nur des Sports.»