Faust-Theaterpreis für Luk Perceval und Constanze Becker

Die Schauspielerin Constanze Becker, der Opernsänger Christian Gerhaher und der Regisseur Luk Perceval gehören zu den Gewinnern des Faust-Theaterpreises.

Faust-Theaterpreis für Luk Perceval und Constanze Becker
Ole Spata Faust-Theaterpreis für Luk Perceval und Constanze Becker

In insgesamt zehn Kategorien wurde die undotierte Auszeichnung am Samstagabend im Berliner Schillertheater vergeben. Zu der Gala waren neben zahlreichen prominenten Schauspielerin wie Martina Gedeck und Burghart Klaußner auch Bundespräsident Joachim Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt gekommen.

Gleich zwei Trophäen gingen an das Thalia Theater Hamburg: Luk Perceval wurde für seine Bühnenadaption von Hans Falladas Roman «Jeder stirbt für sich allein» als bester Theaterregisseur ausgezeichnet. Annette Kurz erhielt für ihr Bühnenbild zu dem Stück, das unter anderem aus einem dreidimensionalen Stadtplan besteht, ebenfalls einen Faust.

Zwei Preise gingen außerdem an die Oper Frankfurt. Der Bariton Christian Gerhaher nahm die Ehrung für seine Rolle des Pelléas in Claus Guths Inszenierung von «Pelléas et Mélisande» entgegen. Guth selbst erhielt den Faust als bester Musiktheater-Regisseur. Am Schauspiel Frankfurt entstand die Inszenierung, in der die Faust-Preisträgerin Constanze Becker brillierte. Sie wurde für die Titelrolle in Michael Thalheimers «Medea»-Inszenierung ausgezeichnet. Die Frankfurter «Medea» hatte auch das diesjährige Berliner Theatertreffen eröffnet.

Für ihr Lebenswerk erhielt die Berliner Schauspielerin Inge Keller den Faust. Die 89-jährige konnte aus gesundheitlichen Gründen allerdings nicht an der Gala teilnehmen. Ihre Tochter, Schauspielerin Barbara Schnitzler, nahm die Ehrung für sie entgegen.
Der Preis des Präsidenten des Deutschen Bühnenvereins ging an das
Gesamtensemble des Staatsschauspiels Stuttgart, das die «skandalöse
Situation» der Sanierung seines Theaterhauses mit Mut und
Improvisationskraft auf sich genommen habe, wie es hieß.

Zur besten Tänzerin wurde Anna Süheyla Harms für den Ballettabend «Future 6» (Gauthier Dance/Theaterhaus Stuttgart) gekürt. In der Kategorie Choreographie siegte Bridget Breiner mit ihrer Aschenputtel-Version «Ruß» (Ballett im Revier Gelsenkirchen). Als beste Kinder- und Jugendtheaterregisseurin bekam Mina Salehpour für die Inszenierung «Über Jungs» (Grips Theater Berlin) den Faust-Theaterpreis.

Schauspieler, Sänger, Tänzer, Regisseure, Bühnen- und Kostümbildner versammeln sich seit 2006, um die Besten ihres Fachs zu küren. Die Ehrung wird von der Kulturstiftung der Länder, der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste, dem Deutschen Bühnenverein und einem jährlich wechselnden Bundesland vergeben.