Favorit oder Außenseiter: Wer bekommt den Literaturnobelpreis?

Kurz vor Schluss ist die Spannung kaum mehr auszuhalten: An diesem Donnerstag um kurz nach 13 Uhr verkündet die Schwedische Akademie, wer der neue Literaturnobelpreisträger ist.

Anwärter gibt es etliche - und die meisten finden sich auf der Wettliste des britischen Büros Ladbrokes wieder. Die Zocker hatten den später Geehrten in den vergangenen Jahren mehrfach richtig vorausgesagt: So tauchte auch der Name des Nobelpreisträgers 2012, Mo Yan, kurz vor der Verkündung unter den ersten Fünf auf.

Lägen die Zocker in diesem Jahr wieder richtig, müssten entweder der Japaner Haruki Murakami, die Kanadierin Alice Munro, die US-Amerikanerin Joyce Carol Oates, der Ungar Peter Nádas oder die weißrussische Journalistin Swetlana Alexijewitsch den mit umgerechnet 920 000 Euro (8 Millionen Kronen) dotierten Preis bekommen.

Auf die Autorin Alexijewitsch setzt die schwedische Literaturexpertin und Feuilletonistin Maria Schottenius: «Wenn ein Journalist diesmal den Preis bekommt, glaube ich wirklich, dass das Alexijewitsch sein sollte.»

In der großen schwedischen Tageszeitung «Svenska Dagbladet» spekulierten am Mittwoch Literaturkenner aus aller Welt auf den nächsten Nobelpreisträger. Die französische Kritikerin Sabine Audrerie räumt etwa dem Spanier Enrique Vila-Matas oder dem Belgier Eugène Savitzkaya Chancen ein. Gleich mehrere Journalisten würden den israelischen Autor David Grossman auf den Literaturthron setzen.

Fast jeder Befragte nannte einen anderen Namen, deutschsprachige Schriftsteller fanden sich aber kaum darunter - mit Ausnahme des Österreichers Peter Handke und des Deutschen Reinhard Jirgl. Ob einer der Experten mit seinem Tipp Recht behält, oder ob alle Spekulationen vorher doch wieder nur heiße Luft waren, zeigt sich Donnerstagmittag.