FC Augsburg ärgert Ex-Coach Luhukay

Jos Luhukay kann gegen seinen Ex-Club FC Augsburg nicht gewinnen. Der niederländische Trainer verlor mit Hertha BSC am Sonntag in der Fußball-Bundesliga an seiner früheren Wirkungsstätte mit 0:1 (0:1).

FC Augsburg ärgert Ex-Coach Luhukay
Stefan Puchner FC Augsburg ärgert Ex-Coach Luhukay

In der vergangenen Saison hatte es für Luhukay mit den Berlinern wenigstens zu zwei torlosen Unentschieden gereicht. Das Tor für die Gastgeber erzielte vor 28 532 Zuschauern Kapitän Paul Verhaegh in der 27. Minuten mit einem umstrittenen Foulelfmeter. Der clever agierende FCA-Angreifer Raul Bobadilla war nach einem leichten Kontakt mit Hertha-Torwart Thomas Kraft zu Fall gekommen. «Am Ende verlierst du durch den Elfmeter», sagte Luhukay sichtlich frustriert.

Den engagierten Augsburgern gelang mit ihrem dritten Saisonsieg der Sprung in die obere Tabellenhälfte. Die gegen den FCA in der ersten Liga weiterhin sieglose Hertha musste nur vier Tage nach dem ersten Saisonsieg (1:0 gegen Wolfsburg) gleich wieder einen Rückschlag hinnehmen, dabei bot Luhukay exakt die Mannschaft auf, die gegen die Niedersachsen noch erfolgreich gewesen war. Fünf Punkte aus sechs Spielen sind enttäuschend.

Augsburgs Trainer Markus Weinzierl beorderte für den wochenlang ausfallenden Sascha Mölders den Serben Nikola Djurdjic in die Sturmspitze. «Das war eine verrückte Woche für mich, ich muss froh sein, dass ich wieder ein Spiel von Anfang an gespielt habe», sagte er. Djurdjic, am 2. Spieltag beim 2:3 in Dortmund zuletzt in der Anfangsformation und zuletzt dreimal nur Bankdrücker, ging zunächst etwas übermotiviert zu Werke. Zuerst rammte er den ehemaligen Augsburger Hajime Hosogai um, der behandelt werden musste, kurze Zeit später sprang er in Torhüter Thomas Kraft hinein. Diesmal blieb er selbst am Boden liegen, konnte aber weiterspielen. «Djurjdic hat beweglich agiert und nicht nur vorne dringestanden, er hat immer wieder Lücken gerissen - der Plan ist aufgegangen», lobte Weinzierl.

Die ersten spielerischen Akzente setzte Bobadilla. Bereits nach elf Sekunden kombinierte er sich mit Halil Altintop nach vorn. Es reichte noch nicht zum zwingenden Abschluss, das Bild stand aber für die erste Spielhälfte: Augsburg betrieb großen Aufwand, verzettelte sich allerdings immer wieder in Einzelaktionen.

Die erste und lange einzig gute Torchance gab es für die Berliner: Bobadilla verlor im Mittelfeld den Ball, Hertha schaltete flott um und Salomon Kalou zwang Schlussmann Marwin Hitz nach feiner Einzelaktion mit einem Linksschuss zur Parade (11.). Von Augsburg kam etwas mehr - von Hertha nach vorn zu wenig, nur der feine Fußballer Kalou, der am Mittwoch sein Team gegen Wolfsburg zum ersten Saisonsieg schoss, war punktuell gefährlich.

Bezeichnend für den Kraftfußball war das Tor: ein Elfmeter, den Bobadilla herausholte. Nach schönem Zuspiel von Djurdjic raste er auf Kraft zu, erzwang mit seinem Laufweg förmlich den Kontakt; Kraft rauschte etwas ungestüm in ihn hinein und berührte ihn leicht. Schiedsrichter Bastian Dankert entschied auf Strafstoß. Verhaegh verwandelte sicher (27.). Er wechselte sich später wegen einer Kopfverletzung nach Zusammenstoß mit Ronny selbst aus (69.). «Zwischendurch war es ganz komisch, er hat sich nicht an alles erinnert, war auf der Bank ganz benommen», sagte FCA-Manager Stefan Reuter. Verhaegh werde im Krankenhaus noch einmal untersucht werden.

Die Führung zur Pause war verdient. In der zweiten Hälfte tat Hertha mehr, aber zu vieles blieb Stückwerk. Kalou bekam über die gesamte Spielzeit zu wenig Bälle. Nach 65 Minuten nahm Weinzierl Bobadilla vom Platz. Der Argentinier ging unter großem Beifall - er hatte seinen Job erledigt.

FC Augsburg - Hertha BSC 1:0 (1:0)

Ballbesitz in %: 50,7 - 49,3

Torschüsse: 8 - 10 gew.

Zweikämpfe in %: 63,6 - 36,4

Fouls: 18 - 20

Ecken: 3 - 9

Quelle: optasports.com