FC Bayern im Jahresfinish ohne Vier

Weihnachtsgeschenke für die Gastgeber sind beim FC Bayern nicht eingeplant. Zum Abschluss einer herausragenden Hinrunde hat der nimmersatte Fußball-Rekordmeister auch beim FSV Mainz 05 drei Zähler fest eingeplant.

FC Bayern im Jahresfinish ohne Vier
Marc Müller FC Bayern im Jahresfinish ohne Vier

Trotz großer Personalsorgen mit den Ausfällen von Robert Lewandowski, Xabi Alonso, Medhi Benatia und Sebastian Rode. Aber lamentieren? Nicht bei Pep Guardiola. «Wir sind Profis, das ist unser Beruf», unterstrich der Trainer am Donnerstag.

Bevor der Coach über die Feiertage nach Barcelona fliegt, wo er sich schon jetzt auf die Weihnachtssuppe seiner Mutter freut, wollen sich die Bayern bei schwächelnden Mainzern nicht die Ferien vermiesen lassen. «Noch ist kein Urlaub», sagte der bislang erst dreimal bezwungene Torhüter Manuel Neuer vor der Begegnung am Freitag. An einen entspannten Jahresausklang angesichts von elf Punkten Vorsprung auf Platz zwei denkt Guardiola nicht: «Wir wollen mit einem Super-Abstand in die Winterpause gehen.»

Auf einige Leistungsträger muss der Double-Champion verzichten. Zu den länger verletzten wie Thiago, Alaba, Lahm und Martinez gesellten sich jüngst beim 2:0 über Freiburg auch Lewandowski, Alonso (beide Prellungen) und Benatia (Leistenverletzung). Rode ist erkrankt.

Mitleid mit den Bayern muss man aber nicht haben, Guardiola hat ja noch Weltmeister wie Neuer, Boateng, Müller und Götze sowie Weltstars à la Robben und Ribéry im Kader. Auf Mainzer Seite schmerzt der Ausfall von Stefan Bell schon wesentlich mehr: Der Innenverteidiger, der bislang keine Spielminute verpasst hatte, fällt wegen eines Faserrisses im Innenband des linken Knies aus. Zudem ist der Einsatz von Nikolce Noveski wegen Oberschenkelproblemen fraglich.

«Wir brauchen Lust, Leidenschaft, Aggressivität und müssen als Kollektiv arbeiten, wenn uns eine Überraschung gelingen soll», sagte der Mainzer Trainer Kasper Hjulmand. Manager Christian Heidel meinte: «Für mich hat das Spiel Pokalcharakter, und so sollten wir es annehmen. Klar müssen wir über uns hinauswachsen. Aber das können wir. Wir haben den Bayern schon oft Probleme bereitet.» Ein Sieg wäre die Pointe einer kuriosen Hinrunde, in der Mainz die ersten acht Spiele nicht verlor, um dann achtmal nicht zu gewinnen.

Trotz der Formschwäche des Tabellenelften wurde Guardiola nicht müde, vor dem Schlendrian zu warnen. «Auch wir können verlieren», mahnte der Spanier und erinnerte an einen früheren Titel-Rivalen. «Was Borussia Dortmund passiert ist, kann auch uns passieren.» Der Trainer will das letzte Spiel 2014 nutzen, «um an Kleinigkeiten zu arbeiten».

Am späten Freitagabend wird wohl auch Guardiola erst einmal genug vom Fußball haben, wenn er und seine Spieler in die fast dreiwöchige Weihnachtspause gehen. Eine solche Auszeit ist dem Katalanen erst zum zweiten Mal in seiner Karriere vergönnt. «Das ist gut für mich, gut für die verletzten Spieler», sagte er.

Bei seiner letzten Pressekonferenz des Jahres in München sollte Guardiola seine Wünsche für 2015 kundtun. «Weniger Verletzte», sagte er, und dass sein Team immer besser spielt, Gesundheit und das Beste für seine Kinder in der Schule. Dann verabschiedete er sich, den erhofften Sieg in Mainz und das Festtagsessen bei der Mama im Blick.