Federer quält sich gegen Mayer ins Halbfinale

Turnierfavorit Roger Federer musste auf seinem Lieblingsbelag Rasen gegen Außenseiter Florian Mayer ungewohnt hart kämpfen. Erst nach zwei Tiebreaks machte der siebenmalige Wimbledon-Gewinner beim Stuttgarter ATP-Turnier seinen Einzug ins Halbfinale perfekt.

Federer quält sich gegen Mayer ins Halbfinale
Marijan Murat Federer quält sich gegen Mayer ins Halbfinale

«Es ist schön, wenn dir dein Service in kritischen Situationen hilft», sagte der Schweizer nach dem mühevollen 7:6 (7:2), 7:6 (7:1) am Freitag gegen den nach langer Verletzungspause auf Weltranglistenposition 226 abgestürzten Deutschen.

In der Vorschlussrunde des mit 675 645 Euro dotierten Rasenevents trifft Federer nun am Samstag auf Senkrechtstarter Dominic Thiem. Der French-Open-Halbfinalist bezwang im Viertelfinale nach ebenfalls hartem Kampf den Russen Michail Juschni mit 3:6, 6:4, 7:5. «Ich bin extrem glücklich. Ich hätte das ganz ehrlich nicht erwartet», sagte der junge Österreicher.

Federer war deutlich anzumerken, dass ihm nach vierwöchiger Pause die Wettkampfpraxis fehlt und er noch einiges von seiner gewohnten Form speziell auf Rasen entfernt ist. Dem sonst so präzisen und perfekten Weltranglisten-Dritten unterliefen ungewöhnlich leichte Fehler, auf die er mit Kopfschütteln und unzufriedenem Murmeln reagierte.

Nach 1:25 Stunden und überzeugender Dominanz in den beiden Tiebreaks hatte Federer seine Schwerstarbeit schließlich verrichtet. «Es ist schön, auf dem Platz zurück zu sein und zwei Spiele in Folge zu gewinnen», sagte der 17-malige Grand-Slam-Gewinner.

Mayer konnte mit seinen Leistungen trotz des Ausscheidens zufrieden sein. Der 32 Jahre alte Bayreuther brachte den klaren Favoriten Federer mehrfach stark in Bedrängnis. Auch ihm merkte man an, dass er neun Monate lang verletzt pausieren musste. Aber sein Vorstoß von der Qualifikation ins Viertelfinale auf dem Weissenhof war bemerkenswert.

Thiem strahlte nach seinem zweiten Coup auf dem Weissenhof. «Das bedeutet mit sehr viel», sagte der 22-Jährige über seinen Einzug ins Semifinale auf seinem Problembelag Rasen. «Ich fühle mich da gegenüber dem Vorjahr besser, aber ich noch nicht hundertprozentig gut.» Gewisse Schwächen zeigte Thiem auch beim mühevollen 3:6, 6:4, 7:5-Erfolg gegen Juschni nach 1:50 Stunden. «Er ist ein sehr guter und erfahrener Rasenspieler», bescheinigte er dem russischen Weltranglisten-76. auf diesem Untergrund außergewöhnliche Qualitäten. «Ich war relativ nervös.»

Nachdem Thiem nun in Sam Groth und Juschni zwei Spezialisten ausgeschaltet hat, macht er sich in seinem insgesamt achten Halbfinale in diesem Jahr gegen Federer am Samstag keine Illusionen. «Auf Rasen erwarte ich gegen Roger nichts», bekannte er entspannt. «Wenn ich mit einer Packung nach Hause gehe, kann ich mich nicht beschweren.»