Fehlende Geldflüsse: Solarstrom AG beantragt Insolvenz

Weitere Pleite in der deutschen Solarbranche: Die börsennotierte S.A.G. Solarstrom AG muss Insolvenz beantragen.

Wie das Unternehmen mitteilte, sieht es kurzfristig keine Chance, sich außerhalb eines Insolvenzverfahrens zu sanieren. Demnach sind auch die Tochtergesellschaften betroffen. Als Grund für die finanziellen Probleme nannte das Unternehmen ausgebliebene Geldflüsse in Millionenhöhe.

Den Angaben zufolge war unter anderem ein für November geplanter Verkauf eines italienischen Anlagenportfolios wegen Rechtsstreitigkeiten vorerst gescheitert. Zudem zahlte eine italienische Projektgesellschaft ein Darlehen im einstelligen Millionenbereich nicht wie geplant zurück.

Refinanzierungsgespräche mit Banken, Finanzdienstleistern, weiteren Gläubigern und Investoren sind den Angaben zufolge nun gescheitert. Die Solarstrom AG plant ein Insolvenzverfahren in Eigenregie und will in den kommenden drei Monaten einen Restrukturierungsplan erarbeiten. Die Papiere von Solarstrom brachen am Freitag zeitweise um mehr als 63 Prozent ein.

Im dritten Quartal 2013 stand für den Gesamtkonzern ein Minus von rund 8,1 Millionen Euro in den Büchern - bei einem Umsatz von 74,5 Millionen Euro. Zuletzt hatte die S.A.G. rund 200 Mitarbeiter an vier deutschen Standorten und bei den ausländischen Tochtergesellschaften. Wie es für die Beschäftigten nun weitergeht, ist offen. Der Konzern war für nähere Informationen zunächst nicht zu erreichen.

Die Gesellschaft hatte bereits Anfang des Monats mitgeteilt, dass die Umsetzung einer Projektpipeline mit einem international tätigen Energieunternehmen gescheitert sei. Auch die Anleihen der Solarstrom AG waren in den vergangenen Wochen unter Druck geraten. Wegen der Solar-Flaute in Deutschland hatte S.A.G. das Geschäft mit Partnern hierzulande bereits im zweiten Quartal dieses Jahres eingestellt. «Der deutsche Markt wird sich nicht mehr erholen», hatte Vorstandschef Karl Kuhlmann gesagt.

Die Gesellschaft leidet wie die gesamte Solarbranche in Deutschland unter Preisdruck und Billig-Konkurrenz aus China. Überkapazitäten und ein massiver Preisverfall hatten zuvor bereits mehrere deutsche Hersteller von Solarpaneelen in die Insolvenz getrieben.

Zuletzt hatte der Technikkonzern Bosch das Aus seiner Solarsparte bekanntgegeben. Daraufhin hatte die selbst angeschlagene Solarworld AG wesentliche Teile des Geschäftsbereichs übernommen.