Festgefahrener US-Etatstreit belastet die Aktienmärkte

Der andauernde Streit über den US-Haushalt hat am Montag die Stimmung der Anleger weiter gedrückt. Am Morgen verbuchten zuerst asiatische Börsen Verluste.

Dann folgten die europäischen Handelsplätze: Der Dax büßte bis zum Nachmittag 0,89 Prozent auf 8546 Punkte ein. Der MDax sank um 0,58 Prozent auf 15 041 Punkte und der TecDax fiel um 0,81 Prozent auf 1086 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor 0,77 Prozent auf 2906 Punkte.

«Der US-Haushaltsstreit mit seinen Kollateralschäden im US-Export belastet die Börsen», sagte Marktstratege Robert Halver von der Baader Bank. Insgeheim werde allerdings mit einer rechtzeitigen Lösung gerechnet. «Selbst wenn es dann nur ein Kuhhandel wird, dürfte das schon helfen und dem Dax wieder Auftrieb geben.»

Im Dax standen vor allem die Versorger im Fokus, die zeitweise die einzigen Gewinner im schwachen Marktumfeld waren. Einem Bericht der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» zufolge sieht sich das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) einem doppelten Angriff aus Brüssel ausgesetzt.

Unabhängig voneinander wollen EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia und EU-Energiekommissar Günther Oettinger wohl die bisherige Förderpraxis in Frage stellen. Ein Händler sagte: «Änderungen im EEG könnten sehr positiv für die Versorger sein und eine Trendwende für den ganzen Sektor bringen.» Zudem gaben positive Studien Auftrieb: Die Eon-Papiere zogen um 3,66 Prozent an. Die RWE-Titel gewannen sogar 4,81 Prozent.

SAP-Papiere litten unter teils negativen Analystenkommentaren. So äußerte sich unter anderem Deutsche-Bank-Experte Kai Korschelt skeptisch. Um die eigenen Ziele für 2013 noch zu erreichen, müsse SAP im vierten Quartal ein organisches Wachstum der Lizenzerlöse von sechs Prozent vorweisen, schrieb er, nachdem er zuvor seine Prognosen für das dritte Quartal reduziert hatte. Die Aktie des Walldorfer Software-Herstellers fiel zeitweise bei 52,74 Euro auf den tiefsten Stand seit rund einem Jahr und büßte zuletzt 2,11 Prozent auf 52,97 Euro ein.

Nachdem der Flugzeugbauer Airbus nach der jüngsten Auftragsflut sein Absatzziel für das laufende Jahr konkretisiert hatte, sprangen die Aktien des Mutterunternehmens EADS im MDax um knapp zwei Prozent nach oben. Am Index-Ende brachen dagegen die Anteilsscheine von TAG Immobilien ein. Sie verloren knapp neun Prozent.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,49 Prozent am Freitag auf 1,48 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,01 Prozent auf 133,41 Punkte. Der Bund Future stieg um 0,31 Prozent auf 140,33 Punkte. Der Kurs des Euro fiel. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3572 (Freitag: 1,3593) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7368 (0,7357) Euro.